1412 - Tirol gegen Bayern PDF Drucken E-Mail
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Obwohl der Landesfürst und die Landstände mit allen Mitteln versuchten die Bayern unter Stephan III. bei der „puchser" Klause zu stoppen, war dieses Unternehmen nicht von Erfolg gekrönt, wodurch der Weg durch das Inntal nun für die Invasoren offen stand. Das nächste Hindernis das den Revisionsansprüchen[3] des Bayernherzogs im Wege stand, war die gut befestigte Stadt Hall. Neben ihrer militärischen Lage, sie bildete die letzte Bastion vor der Landeshauptstadt Innsbruck, war sie ein besonders gefürchteter Konkurrent von Bad Reichenhall beim Salzhandel. Aufgrund der Jahreszeit war es unmöglich eine lange Belagerung im Feindesland zu organisieren. Stephan III. erkannte seine zwar bisher erfolgreiche aber doch ausweglose Situation und versuchte zumindest insofern einen Erfolg aus dem Feldzug zu ziehen, indem er für eine gewisse Zeit die wirtschaftliche Potenz der Salzmetropole Bad Reichenhall zu stärkte. Dies gedachte er in der Zerstörung der Produktionsmittel  zu erreichen. Hall hatte zwar die eigentliche Stadt durch eine Mauer geschützt, doch das Salinengelände lag im Gebiet der „oberen Lend". Für diese Positionierung gab es zwei Gründe: einerseits war es sehr kostenintensiv eine so umfangreiche Mauer zu errichten und zu unterhalten, andererseits versuchte man Gebäude in denen mit Feuer gearbeitet wurde außerhalb der Stadt zu belassen, um die Gefahr eines Stadtbrandes zu minimieren. Aufgrund der Ereignisse des Winters änderte sich dies und die Stadtmauer wurde um die Saline herum verlängert. Somit war die Salzsiederei zur Zeit der Belagerung noch nicht geschützt.

Zurück zum Krieg gegen Bayern: Nachdem Stephan III. die Unmöglichkeit der Einnahme Halls erkennen mußte, zog er sich zurück. Zuvor hatte er die Soleleitungen und den Ort Absam zerstört.

 Abgesehen von den Widerständen, welche die Natur und auch der Gegner Stephan III. anheimstellten, hatte er bei diesem Feldzug auch mit inneren Problemen zu kämpfen: Seine Neffen stellten sich nicht auf seine Seite, wobei Ludwig der Bärtige sich lieber in Paris aufhielt und kein Interesse an einer militärischen Aktion in den Alpen aufbrachte und Herzog Friedrich von Bayern ging sogar soweit gegen seinen Oheim ein Aufgebot auszuheben um damit seinen Bündnispartner Friedrich IV. von Tirol zu unterstützen.  So war Stephan III. gezwungen sich wieder über die Landesgrenzen zurückzuziehen und nach seinem baldigen Tod am 2.Oktober 1413 beendete den Krieg, da seine Erben und Neffen sofort einen Friedensschluss mit dem Habsburger Herzog herbeiführten. Somit gab Bayern endgültig seine Ansprüche auf das Tiroler Lehen auf und die Habsburger waren ab dieser Zeit die unbestrittenen Herrn über die Grafschaft Tirol.



 

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