1412 - Tirol gegen Bayern PDF Drucken E-Mail
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Der folgende „zum Thema..." Artikel behandelt den durch Kaiser Sigismund ausgelösten Krieg zwischen Bayern und Tirol 1412, der schließlich in der Anerkennung der habsburgischen Herrschaft in Tirol endete. Besonders berücksichtigt wird der Einsatz der Stadt Hall bei diesem Krieg.  

Friedrich IV. hatte die Sympathien des Kaisers Sigmund schon in seinem Kampf mit dem mährischen Erzbischofs von Trient, Gregor, massiv belastet. Auch die Auseinandersetzung mit dem Adelsbund von 1407 und dessen „Kunig[1]" Heinrich von Rottenburg hatte seinen Ruf nicht verbessert. Unter Sigmund war sowohl Böhmen als auch Ungarn in Personalunion verbunden. In seiner Funktion als König von Ungarn stand er in ständiger Konfrontation mit Venedig, welches ebenso wie Ungarn Ansprüche auf Dalmatien geltend machte. Dieser Konflikt artete im Jahre 1411 zum offenen Krieg aus, wobei der Kaiser die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches nicht zur Heerfolge zwingen konnte, da dieser Krieg nicht im Interesse des Reiches lag. Doch konnte er aufgrund seiner Stellung und seiner Reputation erwarten, dass zumindest die unmittelbaren Anrainer von Venedig sich gegen diesen Stadtstaat wenden würden. So geschah es auch im Prinzip. Die beiden Herzöge Ernst von der Steiermark und Friedrich von Tirol stellten sich zwar gegen Venedig, hatten aber nicht dieselben Kriegsziele wie der Kaiser. Sie schlossen einen Separatfrieden mit Venedig, durch diesen sie die beiden Herrschaften Telvana und Ivano zugesprochen bekamen, weiters die Stadt Udine und die Festung Peutelstein mit Ampezzo. Dies war allerdings ein Vertrauensbruch gegenüber dem Kaiser, was aber noch schwerer wog, war, dass  Udine und Ampezzo nicht zu Venedig gehörten, sondern zum Patriarchat von Aquilea. Und dieser Patriarch war einer der Verbündeten des Kaiser Sigmund.

Aufgrund der beschriebenen Vorkommnisse war der gute Wille des Kaisers aufgebraucht, wobei auch noch die fortgesetzten Klagen der Erzbischöfe von Trient und Chur beitrugen. Auch  Teile des Tiroler Adels riefen den Kaiser wegen mutmaßlicher Übergriffe des Herzogs gegen ihre Rechte um Hilfe. Einen direkten Krieg gegen den Tiroler Landesherrn konnte sich der Kaiser aufgrund der Feindschaft mit Venedig und der bereits sehr großen Macht des Habsburgerreiches nicht einlassen, deshalb forderte er die Herzöge von Bayern und die Grafen von Görz auf, dieses Problem für ihn beiseite zu räumen. Alle Gebiete, welche sie erobern würden, sollten ihnen als Lehen übergeben werden. Diese beiden Nachbarn, welche unter Reichspanier[2] das Problem Friedrich lösen sollten, waren klug gewählt: Im Süden kamen sich die Grafschaften Görz und Tirol in ihren Expansionsbestrebungen immer mehr in die Quere und die Herzöge von Bayern waren immer noch bestrebt ihren erfolglosen Feldzug von 1410 doch noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Obwohl die Görzer auf diesen Auftrag nicht reagierten, trat Herzog Stephan von Bayern in den Krieg gegen Friedrich IV. ein.



 

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