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    Aufgrund seiner Lage war Tirol immer ein interessantes Gebiet für Invasoren und Eroberer. Die beiden Alpenübergänge, Brenner und Reschen stellten den einfachsten und schnellsten Weg über die Alpen dar, so war der Besitz Tirols immer gleichbedeutend mit dem Besitz der Pforte nach Italien und speziell nach Rom.

    Die erste in ihren Zügen nachvollziehbare Kriegshandlung auf Tiroler Boden war die Eroberung Rätiens durch die Römer. Diese legten ein Straßensystem an, welches die Nutzung der Pässe erleichterte und in seiner Form bis in die Neuzeit erhalten blieb, wobei Teilstücke noch heute sichtbar sind.

    Im Frühmittelalter brandeten die Wellen der Völkerwanderung durchs Land und bis ins Hochmittelalter war Tirol geprägt von einer Vielzahl von adeligen Grundherrschaften, welche sich unter geistlicher Oberhoheit befanden. Bereits zu dieser Zeit gab es immer wieder Ausdehnungsbestrebungen der bayrischen Herzogtümer, welche durch die Entdeckungen von Bodenschätzen noch gesteigert wurde.

    Neben Kriegen, welche von äußeren Mächten ins Land getragen wurden, kam es durch die immer stärkere Zentralisierung zu Aufständen des Adels und der Stände. Den Höhepunkt erreichte diese Entwicklung unter Herzog Friedrich IV. von Tirol, der in seiner Regentschaft zwei große Aufstände militärisch niederzuschlagen hatte.

    Im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit war Tirol vor allem durch zwei Krisenherde betroffen: einerseits durch die in ihrer Anfangszeit extrem expansionistische Eidgenossenschaft, welche ihre Armeen im Appenzeller Krieg 1405/06 und neuerlich 1499 bis ins Tiroler Oberland schickte und andererseits der dauernde Konflikt zwischen Österreich und der Republik Venedig ab 1487. Die eklatante Gefahr einer bayrischen Invasion blieb in diesen Jahren immer bestehen. 1504 kam es zum Konflikt zwischen Kaiser Maximilian und dem bayrischen Herzogtum, wobei vor allem die artilleristische Ausrüstung der österreichischen Truppen bei der Belagerung von Kufstein Aufsehen erregend war.

    Der Dreißigjährige Krieg, der Mitteleuropa verwüstete und entvölkerte, machte auch an den Grenzen Tirols nicht halt. Vor allem die Gemeinden im Ausserfern hatten darunter zu leiden, doch gab es auch Vorstöße bis ins Inntal.

    Der Bergbau war immer eine Gefahr für die innere Sicherheit, denn in seinem Gefolge kamen Bergleute ins Land, welche oft schon von revolutionären Ideen gehört hatten und sich nicht, wohlweislich ihrer Notwendigkeit, unter die totale Kontrolle von Landesherrn oder Minenbesitzer stellen wollten. Die Knappen verbündeten sich oft mit dem großteils verarmten Bauernstand, sodass es zu mehreren Aufständen kam, wobei in Tirol der Aufstand unter Michael Gaismayer 1525 wohl der Bekannteste war.

    Auch der spanische Erbfolgekrieg machte vor den Toren Tirols nicht halt, so besetzten bayrische Truppen 1703 Nordtirol, wurden jedoch durch ein Tiroler Aufgebot vertrieben.

    In Folge der Napoleonischen Kriege war Tirol häufig Aufmarsch- und Kampfgebiet. Den Höhepunkt erreichten diese Auseinandersetzungen im Tiroler Freiheitskampf 1809 unter Andreas Hofer.

    1915 wurde Tirol durch die Armeen des Königreich Italiens bedroht, wobei sich ein bis dahin in der Kriegsgeschichte unbekannter Kampfort ergab: der Hochalpine Krieg mit moderner Technik geführt.

    Im Jahre 1945 wurde in Tirol das letzte Mal Krieg geführt, zwar war der Widerstand der Wehrmacht zum Zeitpunkt des Einmarsches der alliierten Truppen schon gebrochen, doch kam es an verschiednen Punkten noch zu hinhaltenden Kämpfen.

    Die Kriegsgeschichte Tirols wird nicht nur durch die militärische Auseinandersetzungen charakterisiert, sondern auch durch die Waffenbaukunst und die Verteidigungsverfassung des Landes, wie etwa das Tiroler Landlibell, das ein einzigartiges Dokument in der Geschichte darstellt.

    In der frühen Neuzeit wurden in Tirol für ihre exzellente Qualität europaweit bekannte Kanonen gegossen.

    In dieser Serie Ñzum Themaì sollen die einzelnen Kriege in ihrer Ursache, Verlauf und Ende skizziert werden. Daneben soll auch auf die Waffentechnik der jeweiligen Epochen und die sozialen Auswirkungen von Kriegen eingegangen werden. Einen besonderen Schwerpunkt werden die Appenzeller Kriege, die Napoleonische Ära und der Erste Weltkrieg einnehmen, wobei in kürzeren Artikeln auch auf die Römische Invasion, die Adelskriege zu Beginn des 15. Jahrhunderts, der Schmalkidische und der Dreißigjährige Krieg , die Bauernkriege und die dauernden Konflikte mit Bayern dargestellt werden.

    Den Beginn macht die römische Invasion.

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    Autor Geschrieben von: Mag. Michael Fritz
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