| Thaur |
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Die Hochstifte Augsburg und Trient hatten Besitzungen in Thaur; so diente der Afrahof dem Hochstift Augsburg als Verwaltungssitz. Zu diesem Hof gehört die St. Ulrichskirche, die ihrer Anlage nach romanisch ist. Der hl. Romedius soll der Legende nach im Thaurer Schloss als Sohn eines „Grafen von Thaur“ geboren worden sein. Seine Güter schenkte er den Hochstiften Augsburg und Trient und lebte zurückgezogen als Einsiedler, zuletzt vermutlich im Nonstal in Südtirol, wo er auch begraben ist. Der Todestag soll der 15. Jänner sein, weshalb heute noch an diesem Tag, sowohl in Thaur, als auch in San Romedio im Nonstal der Namenstag des hl. Romedius gefeiert wird. Das Wappen von Thaur erinnert an das Schloss und Gericht Thaur, wurde 1983 von der Tiroler Landesregierung verliehen, aber schon im 18. Jahrhundert als Siegel verwendet. Trotz seiner Nähe zu zwei Städten hat sich Thaur ein reichhaltiges und lebendiges Brauchtum erhalten. Thaur ist vor allem durch seine schönen, zum Teil sehr alten Weihnachtskrippen bekannt. Der Brauch, das Weihnachtsgeschehen mit Figuren anschaulich darzustellen entstand im 16. Jahrhundert. Die älteste Krippe in Thaur stammt aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Am Romeditag (15. Jänner) werden die Krippen wieder abgeräumt, denn nun beginnt die Fasnacht mit dem sogenannten „Mullerlaufen“. Die Muller sind ein Sammelbegriff für die Masken wie Zottler, Zaggeler, die den Winter symbolisieren, sowie Melcher, Weißen, Spiegel- oder Altartuxer, die den Frühling versinnbildlichen sollen. Das Treiben der Muller endet am „Unsinnigen Donnerstag“. Es folgt die ruhige Fastenzeit. Am Palmsonntag wird in Thaur, als einzigem Ort Tirols, ein Palmeselumzug abgehalten. Der Palmesel mit der fast lebensgroßen Christusfigur wird bei der Prozession von Buben zum Romedikirchl, anschließend bis zur Pfarrkirche nach Rum und wieder zurück zur Pfarrkirche Thaur gezogen. Dabei wird er von der Bevölkerung und von Buben getragenen kleinen Palmeseln (das sind eine besondere Art von Palmstangen) begleitet. Thaur ist noch einer der wenigen Orte, wo in der Karwoche ein „Heiliges Grab“ im Altarraum der Pfarrkirche aufgestellt wird. Am Fronleichnamstag, am Hohen Frauentag (15. August) und am Rosenkranzsonntag (1. Sonntag im Oktober) werden ebenfalls kirchliche Prozessionen abgehalten, bei denen das Allerheiligste durch den Ort getragen wird. Das Sakrament wird von einer eigenen Garde, den „Partisanern“ – benannt nach ihrer Lanze, der „Partisane“ – geschützt. Die Garde der Partisaner entstand in der Reformationszeit, ihre farbige Tracht stammt aus dem 17. Jahrhundert. An den Prozessionen nehmen neben derBevölkerung auch die Musikkapelle, die Schützenkompanie, sowie andere Korporationen mit ihren bunten Fahnen teil. Quelle: Gemeinde Thaur |



Thaur liegt auf 633 m Seehöhe, an sonnigen Hügeln am Fuße der Nordkette, nahe der Landeshauptstadt Innsbruck.
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