| Hall in Tirol |
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Seite 8 von 8 Berühmte Persönlichkeiten aus Hall Faistenberger Andreas Geb. 1588 in Hall, gest. 13.2.1652 in Kitzbühel Wahrscheinlich verbrachte Andreas Faistenberger seine Lehrjahre in Hall. 1618 wurde er Büger in Kitzbühel. Sein Stil entsprach dem des späten Manierismus, wobei nur wenige Bilder von ihm erhalten sind. Eine sehr detaillierte Ansicht von Kitzbühel aus der Vogelperspektive und der Hausaltar des Kitzbühler Widums sind die wichtigsten erhaltenen Kunstwerke. 1647-50 war er Mitglied des Äußeren Rates der Stadt, was auf ein besonderes Ansehen innerhalb der Bürgerschaft hindeutet. Fuchsmagen, Johannes Geb. 1455 in Hall, gest. 3.5.1510 in Melk Der Sohn des Pflegers von Hasegg und des Bürgermeisters von Hall studierte an der Universität Freiburg (im Breisgau) . 1472 begann er an selbiger zu unterrichten und wurde sechs Jahre später Dekan. 1482 kam er zurück nach Tirol und wurde zwei Jahre später Rat Herzog Sigmunds. Kaiser Friedrich III. verwendete ihn als Diplomat und sandte ihn nach Venedig, Köln, Brügge, Rom und Ofen. Daneben organisierte er die Vereinigung der habsburgischen Länder, woraufhin er nach Wien übersiedelte. Dort wurde er Kurator an der Universität und Statthalter von Niederösterreich. 1497 latinisierte er seinen Namen der nun „Fusemannus" lautete. In Hall gründete der zusammen mit dem Ritter Florian von Waldauf die Stubengesellschaft, welche sich aus einem mittelalterlichen Trinkverband entwickelte. Er wurde in Augustiner Chorherrnstift nach seinem Tod 1510 beerdigt. Grass, Franz Xaver Geb. 14.6.1758 in Hall in Tirol, gest. 23.12.1833 in Neustift bei Brixen Nachdem er 1776 ins Augustiner Chorherrnstift in Neustift eingetreten war, wurde er 1781 zum Priester geweiht. 1787 übernahm er das Amt des Klosterbibliothekars und wurde 1791 Professor der Theologie und der semitischen Sprachen. Er machte sich einen Namen als hervorragender Kenner der orientalischen Sprachen, wobei leider wenige Bücher von ihm veröffentlicht wurden. Ab 1800 arbeitete er in der Seelsorge. Lengauer, Josef Martin Geb. 1727/28 in Hall in Tirol, gest. 26.5.1793 in Kitzbühel Nach seiner Lehre bei Johann Baptist Straub in München ging er nach Kitzbühel, wo er die Witwe des Bildhauers Franz Offer ehelichte und somit die Werkstätte übernahm. Als einer der wichtigsten Bildhauer Tirols im Spätbarock bekam er viele Aufträge für Kirchenausstattungen im Umfeld von Kitzbühel. Sein Hauptwerk stellt die Innenausstattung der Pfarrkirche von Ebbs bei Kufstein dar, wobei er dort neben den Altären auch alle Statuen und die Kanzel schuf. Gegen Ende seines Lebens, ging das Auftragsvolumen dramatisch zurück, so dass die Stadt Kitzbühel ihm sogar die Gewerbesteuer erlassen musste. Mit ihm starb der letzte Vertreter des Barocks in Kitzbühel. Roschmann Anton Geb. 7.12.1694 in Hall in Tirol, gest. 25.6.1760 in Innsbruck Nach seinem Studium der Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaften in Innsbruck, widmete sich Anton Roschmann am Beginn seiner Karriere Katalogisierungsarbeiten im Schloß Ambras und Stift Stams. 1727 wurde er kaiserlicher öffentlicher Notar und begann sich der Geschichte des Landes Tirols zu widmen. Er war der erste der sich auch mit der Ur- und Frühgeschichte befasst und wird deshalb auch als „Vater der Altertumsforschung in Tirol" bezeichnet. Neben der Sammlung römischer Inschriften legte er Biographien berühmter Tiroler und Heiliger an und sammelte Kupferstiche zum Thema Tirol. 1738 war er Mitinitiator der Innsbrucker Gelehrtenakademie, wo er kritische Geschichtsforschung lehrte. 1746 übernahm er das Amt des Universitätsbibliothekars, zehn Jahre später wurde er Direktor am Innsbrucker Statthaltereiarchiv (heute Landesarchiv). Von seinen Werken wurden nur die wenigsten gedruckt, die Manuskripte befinden sich heute im Archiv des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Die Kupferstichsammlung wurde der Universitätsbibliothek übergeben. Straub, Josef Ignaz Geb. 29.6.1753 in Hall in Tirol, gest. 16.10.1850 in Hall 1796 übernahm er nach kaufmännischer Ausbildung das Wirtshaus seines Vaters den Haller „Kronenwirt". 1809 war er ein Träger des Aufstandes, wobei vor allem sein diplomatisches Talent ihn auszeichnete. Er war Leiter der Erhebung zwischen Hall und Schwaz. Um den Aufstand organisieren zu können ging er im April nach Linz, wo ihm vom Kaiser 200.000 Gulden und Munition samt Schießpulver übergeben wurden, die er über abenteuerlichste Wege nach Tirol brachte. Die Haller Bürger wählten ihn nach seiner Rückkehr zum ersten Rat. Im Mai wurde sein Wirtshaus von bayrischen Truppen unter dem Kommando des Generals Wrede geplündert, was ihn aber nicht von seiner humanen Haltung abbringen konnte und er weiterhin unnötiges Blutvergießen und Misshandlungen von Gefangenen unterband. Andreas Hofer betraute ihn mit der Führung des Landsturms im Unterinntal. Nach der Einnahme Tirols durch Marschall Lefebre stellte sich Straub freiwillig, nachdem ihm gedroht wurde, dass seine Frau und andere Geiseln hingerichtet würden. Kurz vor seiner Hinrichtung gelang es ihm aber zu fliehen und er schloss sich wieder Andreas Hofer an, dessen wichtigster Berater er in dessen Amtszeit in Innsbruck wurde. Um den Aufstand weiterhin mit Waffen versorgen zu können, ließ er in Hall auf eigene Kosten Waffen herstellen, so dass sich seine Schulden am Ende des Freiheitskampfes auf 170.000 Gulden beliefen. Als die Bayern 1813 einen abermaligen Tiroler Aufstand fürchteten wurde er in Haft genommen und sieben Monate festgehalten. Während dieser Gefangenschaft zog er sich ein Augenleiden zu, das beinahe zur vollkommenen Erblindung führte. 1814 führte er als Major eine Schützenabordnung an, als Tirol von den Bayern an Österreich zurückgegeben wurde. Bei der Übertragung der sterblichen Überreste Andreas Hofers in die Innsbrucker Hofkirche schritt er direkt hinter dem Sarg des Landeskommandanten. Wirtschaftlich konnte Straub sich nicht mehr konsolidieren und erhielt ab 1822 eine jährliche Pension von 500 Gulden. Am Neuaufbau des Schützenwesens konnte er sich wegen seinem Augenleiden nicht mehr beteiligen. Verbittert starb er im 78. Lebensjahr.
Autor: Mag. Michael Fritz
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