| Hall in Tirol |
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Seite 5 von 8 Burg Hasegg
![]() Burg Hasegg Da 1406 der Tiroler Landesfürst seine bisherige Residenz der Stadt als Rathaus geschenkt hatte und somit über kein standesgemäßes Quartier mehr verfügte, begann der seit 1446 regierende Erzherzog Sigmund mit dem systematischen Ausbau des südlichen Teiles des Salinengeländes. Die erste Ausbauphase begann unmittelbar nach Regierungsantritt, die zweite etwa um 1480. Während letzterer wurden der Südtrakt mit dem so genannten Münzertor und der mächtige Münzerturm, der den alten niedrigeren Wachturm ersetzte, errichtet. An diese Bautätigkeit erinnert ein oberhalb des Münzertores angebrachte Wappenstein aus dem Jahre 1489. Kaiser Maximilian I. setzte 1515 die Bautätigkeit fort. Aus Angst vor einer Feuersbrunst im hölzernen Osttrakt erteilte er dem Steinmetz Nikolaus Thüring d. Ä., dem Erbauer des Goldenen Dachls in Innsbruck, und seinem Sohn Gregor den Auftrag, den Trakt als Steinbau aufzuführen und dort eine neue Kapelle zu Ehren des Hl. Georg einzubauen. Nach dem Tode Kaiser Maximilians I. fand man für die Burg zunächst keinen rechten Verwendungszweck. Die großen Säle wurden vorübergehend als Getreidesilos verwendet, wobei man hölzerne Zwischenböden zur Steigerung der Lagerkapazität einbauen ließ. Erst unter dem seit 1564 regierenden Erzherzog Ferdinand II., dem Erbauer von Schloss Ambras bei Innsbruck, kam die Burg zu neuen Ehren. Er ließ 1567 im Westen der Zwingermauer die Werkstätten der Münzstätte errichten, die wegen der Erbauung des königlichen Damenstiftes aus dem Ansitz Sparberegg aussiedeln musste. Die Burg selbst wurde teilweise als Wohnung für Münzbeamte verwendet, im Hof wurde damals ein Münzkontor errichtet, wo heute die Besucher des Münzmuseums die Schauprägungen der „Alten Münze" erleben können. Die repräsentativeren Räume wie das Fürstenzimmer wurden wieder für die Besuche des Landesfürsten bzw. anderer illustrer Gäste verwendet. Im Laufe der Jahrhunderte wurden zwar immer wieder Umbauten durchgeführt, doch eine grundlegende bauliche Veränderung gab es nicht. Lediglich das große Erdbeben von 1670 führte dazu, dass der nördlich des Münzerturms stehende kleinere Turm bis auf seine heutige Höhe abgetragen werden musste. Nach dem Ende der Münzstätte 1809 dienten die ehemaligen Werkstätten als Vorratsräume, die Räumlichkeiten der Burg selbst wurden zu Wohnungen für Salinenbedienstete umgebaut. 1974 wurde das „Fürstenzimmer" beim Umbau einer dieser Wohnungen wieder entdeckt, was in der Folge den Anstoß zur schrittweisen Generalsanierung gab. Heute befinden sich in der Burg das Stadtmuseum, das über den malerischen überdachten Stiegenaufgang im Burghof erreicht werden kann, das Museum der Münztechnik in den Räumen der historischen Münzstätte, eine Galerie in den Gewölben des ehemaligen Zeughauses der Saline, ein Gastronomiebetrieb sowie zahlreiche Veranstaltungsräumlichkeiten. Die Saline war im Mittelalter eine Haupteinnahmequelle des Landesfürsten und in zwei Betriebsbereiche gegliedert, nämlich den Salzberg im Halltal und das Pfannhaus in Hall. Beiden stand der so genannte Salzmair vor, der von einer Reihe von Beamten, „Herren" genannt, unterstützt wurde. Die heutige Wallpachgasse hieß früher „Herrengasse", weil sie die bevorzugte Wohnstraße der Salinenbeamten war. Auch die Bezeichnung „Herrenhäuser" im Halltal erinnert noch daran. Neben den zahlreichen Neuerungen des 18. Jahrhunderts bedeutete die Steinkohle anstelle des Holzes zur Befeuerung der Sudpfannen den größten Fortschritt. Um 1800 produzierte die Saline jährlich rund 15.000 Tonnen Salz. Auf Grund verschiedener politischer Ereignisse, verbunden mit dem Verlust von Absatzgebieten, verlor die Saline im 20. Jahrhundert allerdings allmählich ihre Bedeutung. Erstmals tauchte zur Zeit des Nationalsozialismus der Gedanke an eine Schließung dieser jahrhundertealten Saline auf. Obwohl die Haller Saline durch die 1951 errichtete Thermokompressionsanlage zum Vorbild für andere österreichische Salinen wurde, stellte die Generaldirektion der österreichischen Salinen den Betrieb mit 5. August 1967 ein.
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