| Hall in Tirol |
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Seite 4 von 8 Das nächste für Hall bahnbrechende Ereignis erfolgte 1486 durch Herzog Sigmund, der die Münzstätte von Meran nach Hall verlegte. Der Haller Taler entwickelte sich bald zu einer der bedeutendsten Währungen in Europa, einerseits weil er die erste Silbergroßmünze war, andererseits wegen seines hohen Silbergehalts und seiner Stabilität aufgrund seines gleich bleibenden Silbergehalts. Die Münzstätte befand sich zu dieser Zeit noch in Sparberegg und übersiedelte erst 1566-69 in die Burg Hasegg.
Dazu Schwaygers Chronik: „ Veränderung der mintz hie der behausung halben.
Anno 1567 zwischen ostern und pfingsten ist zu Sparberögg genant das mintzhauss und schmitn sambt seiner zugeher transferiert und gewendet wordn gen Hasögg, der fürstlichen purgkh beym salzhauss. Daselbst ist den müntzern ein neue wonung und werchstatt des münzn halben gemacht worden."[6] Aufgrund der starken wirtschaftlichen Potenz der Stadt konnte sie schnell auch an politischem Gewicht gewinnen, da Hall sehr oft den Landesherrn große Kreditsummen zugestanden.
Während der Herrschaft Kaiser Maximilians nahm dieser auch oftmals in Hall Quartier. Seine zweite Ehe wurde in der Salinenstadt geschlossen, was in der Haller Chronik zu folgendem Eintrag führte: „Anno Domini 1495 hat der röm. Kinig Maximilian, erzherzog zu Oesterreich, graf zue Tyrol, hochzeit gehalten zu Hall im pfanhaus zu Hausseckh mit Blanca Maria des herzogs von Mailandts Geleary eeliche dochter, aber nit mit grossem prachtist die hochzeit gehalten worden. Der bischof von Brixen Christof von Schroffnstain hat dise vermachlung zuesammen geben.[7]„[8]
![]() Ansitz der Familie Nagl Der Bauernaufstand unter Michael Gaismaer 1525 ging an Hall selber ohne direkten Bezug vorüber, jedoch schickte die Stadt dem Landesherrn ein Kontigent von 150 Mann, die dazu beittrugen den Aufstand zu beenden. Unter Erzherzog Ferdinand II. wurde die wirtschaftliche Vormachstellung Halls in Tirol noch gefördert. So errichtete er im Jahre 1534 eine Glashütte in Scheibenegg. Schwayger schildert dieses Ereignis folgendermaßen:
„Glashüttn
Anno 1534 ist das glassmachen am ersten angfangen worden durch verlegungn Wolffgangen Vittl von Augspurg aus vergunnen ains ersamen rats der zeit. ..."[9] Dieser Industriezweig hatte bis 1630 bestand. 1533 und 1543 wurde die Salinenstadt von der Pest heimgesucht. 1556 wurde das Damenstift in Hall gegründet, dem die Zivilgerichtsbarkeit für die Bediensteten und die dem Kloster gehörigen Grundbesitze zustand. Nach der Aufhebung des Klosterbetriebes 1783 wurde die Verwaltung des Gerichts der Verwaltung des ehemaligen Klosters zugesprochen. 1573 wurde das Haller Gymnasium durch die Stiftsdamen errichtet, welche es den Jesuiten zur Verwaltung übergaben. 1729 wurden neue Sudhäuser errichtet welche in den Jahren 1760 und 1822 umgebaut wurden. 1809 unter Bayrischer Herrschaft wurde erstmals das Landgericht Hall eingerichtet, wpofür das Stadtgericht aufgehoben wurde. Des Weiteren wurde auch die Gerichtshoheit des ehemaligen Damenstiftes aufgehoben. Das Salinengericht war schon unter Joseph II. infolge einer Bergbaureform aufgelöst worden. 1854 wurde in der Au ein neues Sudhaus eröffnet, welches 1953 abgebrochen wurde. Durch den Bau der Südbahn 1858 wurde die Innschiffahrt direkt betroffen: War in den Jahren zuvor schon die Bedeutung der Schiffahrt zurückgegangen, so verlor der Inn nun vollkommen an Bedeutung als Wasserstrasse. 1952 entstand ein neues Salzsudhaus, welches dem damaligen Stand der modernsten Technik entsprach, es wurde aber im Jahre 1967 aufgrund mangelnder Rentabilität ausser Dienst gestellt.
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