Hall in Tirol PDF Drucken E-Mail
Beitragsinhalt
1342 wurde das erste Spital in der Stadt errichtet, Schwayger schreibt hierzu in der Chronik:

„Spital hie

Anno1342 ist das spital und kirchen hie durch margrafn Ludwig zu Brandenburg, herzogn in Kerndtn, grafn zu Tyrol und Görz vergunt worden zu pauen und sein steuer darzue geben, des datum stet in seinem fürstlichn verleichprief des spitals halben anno 1342, am pfinztag vor Michaelis. Es ist vor disem ort gstanden ain behausung mit sambt ainer hofstatt, darin hat gewont Petter Hallschreiber. Nachmals ist es durch die herrschaft verlichen worden."

 

Königshaus Innenhof
Königshaus Innenhof
1352 fragten die Bürger beim  Tiroler Landesherrn an, ob der wirtschaftlich im Wachstum befindlichen Stadt ein Jahrmarkt gewährt werden würde. Zur Untermauerung lieh Hall Herzog Ludwig zur gleichen Zeit 100 Mark. Erst 4 Jahre später, am 23.9.1356 wurden der Stadt zwei Jahrmärkte gewährt, wobei die Termine so gelegt wurden, dass die Märkte von Innsbruck dadurch nicht geschädigt wurden. Der eine wurde acht Tage nach dem Sonntag nach dem Tag des Hl. Gallus, der andere acht Tage nach dem Sonntag des Hl. Georg.
Die Märkte entwickelten sich zu den wichtigsten des Landes und waren bis ins 18. Jahrhundert aktiv.
Bis ins 15. Jahrhundert stand der Stadt nicht ein eigener Bürgermeister, sondern der Pfleger von Thaur vor.
1405 schenkte Herzog Leopold IV. das Königshaus , welches nach Heinrich von Böhmen benannt wurde, der Stadt Hall, welche darin das Rathaus einrichtet.

1413 begann der Krieg zwischen dem Tiroler Landesfürsten Friederich IV. und den Herrn von Rottenburg (vgl. zum Thema), wobei die Aufständischen durch die bayrischen Herzöge unterstützt wurden. Die Stadt Hall schickte in deisem Zusammenhang ein Aufgebot an die Puchser Klause.

Noch von der Raise wegn gen puch do die Bayrn auf daz lant zugn und als die Stat ain zoch an Sampstag nach martini [6.11.1413] mit LXXII pfärdn und LII man ze fuss die lagn ze fäld vier wochn waz"[3].
So schildert der Stadtschreiber im Raitbuch eine für die damalige Zeit immense Kraftanstrengung der Stadt:  72 Berittene und 52 Fußsoldaten stellte Hall dem Landesfürsten zur Verfügung, das bedeutet im gesamten 124 Soldaten, welche von der Stadt für vier Wochen ausgerüstet, als auch versorgt werden mußten, wie es die Landesfreiheiten anordneten. Neben Mannschaften wurde auch schweres Gerät an diese Sperrstellung von der Stadt Hall verlegt: „Item die puchs ze furn von friedberg die man hin ain hat gnommen in die Raise  g VI"[4]. Die Stellung ließ sich eine Zeit lang halten, doch wurde sie letztendlich durch die Bayern eingenommen und diese belagerten im Jänner 1413 Hall.

Obwohl der Landesfürst und die Landstände mit allen Mitteln versuchten die Bayern unter Stephan III. bei der „puchser" Klause zu stoppen, war dieses Unternehmen nicht von Erfolg gekrönt, wodurch der Weg durch das Inntal nun für die Invasoren offen stand. Das nächste Hindernis das den Revisionsansprüchen[5] des Bayernherzogs im Wege stand, war die gut befestigte Stadt Hall. Neben ihrer militärischen Lage, sie bildete die letzte Bastion vor der Landeshauptstadt Innsbruck, war sie ein besonders gefürchteter Konkurrent von Bad Reichenhall beim Salzhandel. Aufgrund der Jahreszeit war es unmöglich eine lange Belagerung im Feindesland zu organisieren. Stephan III. erkannte seine zwar bisher erfolgreiche aber doch ausweglose Situation und versuchte zumindest insofern einen Erfolg aus dem Feldzug zu ziehen, indem er für eine gewisse Zeit die wirtschaftliche Potenz der Salzmetropole Bad Reichenhall zu stärkte. Dies gedachte er in der Zerstörung der Produktionsmittel

Königshaus
Königshaus
zu erreichen. Hall hatte zwar die eigentliche Stadt durch eine Mauer geschützt, doch das Salinengelände lag im Gebiet der „oberen Lend". Für diese Positionierung gab es zwei Gründe: einerseits war es sehr kostenintensiv eine so umfangreiche Mauer zu errichten und zu unterhalten, andererseits versuchte man Gebäude in denen mit Feuer gearbeitet wurde außerhalb der Stadt zu belassen, um die Gefahr eines Stadtbrandes zu minimieren. Aufgrund der Ereignisse des Winters änderte sich dies und die Stadtmauer wurde um die Saline herum verlängert. Somit war die Salzsiederei zur Zeit der Belagerung noch nicht geschützt.

Zurück zum Krieg gegen Bayern, nachdem Stephan III. die Unmöglichkeit der Einnahme Halls erkennen mußte, zog er sich zurück, nachdem er die Soleleitungen und den Ort Absam zerstört hatte.

Das Stadtgericht Hall entwickelte sich während des 15. Jahrhunderts zu einem zentralen Gericht der Region, sodass ab dieser Zeit der Haller Richter folgenden Titel führte: „Stadtrichter zu Hall und Richter zu Thaur", wobei aber das Amt des Pflegers von Thaur nicht durch den Haller Stadtrichter übernommen wurde. Hinzu kam der „Eisenturm" ein Gefängnisturm am unteren Stadtplatz und der Scharfrichter, dessen Einsatzraum das gesamte Inntal umfasste.

Neben dem Stadtgericht gab es auch ein eigenes Salinengericht, welches unter Herzog Heinrich von Tirol der Saline gewährt wurde. Es umfasste den Salzberg und das Salinenareal und gewährte diesem ein Asylrecht und eine eigene Gerichtsbarkeit für Frevel und Unzucht. Dem Gericht stand der Haller Salzmair vor, der die erste Instanz bildete. Die zweite Instanz setzte sich aus dem Stubengericht zusammen, welches sich aus Salinenamtsleuten zusammensetzte. Gerichtsort war beim Tor der Saline ein steinerner Stuhl, wodurch das Gericht aus als „Gericht am Stein" bezeichnet wurde.

 


 

©2006 by fontes historiae - Quellen der Geschichte     Design und Programmierung: www.fritz-egg.at