Hall in Tirol PDF Drucken E-Mail
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Die Schwaygersche Chronik von Hall gibt zum Thema Stadterhebung folgendes wieder:

„Das lustig, wol erpaut, vest statl Hall im Inntal hat erstlich seinen namen, wappen und stöttliche freyhaiten empfangen von dem durchleichtigisten, hochgepornen fürstn und herrn, herrn Otto, von gottes genaden erzogen zu Kerndtn, grafen zu Tyrol und Görz und vogt der gottsheüser Aglay, Triend und Brixen anno Christi 1303 inhalt seiner fürstlichen gnden freybrief, so noch die statt beyhendig hat. Dieser herzog Otto ist ain eelicher sun gewesn des durchleichtigsten fürstn und herrn herrn Meinharttn, gemachtn herzogn zu Kärndtn und gebornen grafen zu Tyrol etc., stifter zue Stambs; er ist auch gewesen ain eeleiplicher brueder des durchleitigisten herrn herrn Hainrichn, kinig zu Behem und Poln, herzogen in Kärndtn, grafen zu Tyrol. Aber anzuzaigen, was was vor an den endtn gewesen sey, aigentlich ist vast schwer zu wissen, wan kain erscheinung alter ding oder beschreibung erfunden wierd, allein etlicher altn sag nach zaigen an, wie es vor salzpergs erfindung nichts dan ain wald oder gestreisach da gewesen sey und gar wenig armer leüth heüser an dem gstat des Innstrams, die sich villeicht mit vischen, auch mit überfuern (so ditzmal kain pruggen über den Inn ist gewesen) armseliglich genert haben und dass auch ain zeit seyt her des salzseydens anfang (als glaubig ist) getriben haben, piss das salzhauss vom perg herab fransferiert ist. Dieselbigen leut auch gen Absom gepfart gewesen seindt, das aus nochvolgettn ursachen genomen wierd, wan ein guete zeit die inwoner zu Hall zu Absom, ain dorf ain viertl meil von Hall wesent, in sant Michels kirchen alle sacrament und pfärliche recht nehmen haben müessen, dan in weltlichen sachen und rechtn der pfleg Thaur und dem gricht unterworfn gewesen, doch auss freyhaiten bischöflich gewalts seither sich aller pfarrlichen recht in dem wirdigen gotshauss sant Niclaussen, in mittn vast der statt steend, sich rauen, und de pfarrherr sein residenz in der statt hatlet; aber noch zu ainer gedächtnuss und eer der altn pfar halt man järlichn 4 procesion mit den kreitzn daselbst hin, nemblichen an sant Marxtag, in kreitzwochn, an der kirchweich, an sant Michelstag.

            Widerumb mich ze wenden auf den anfang der statt Hall und ursachn derselben, ist zu vernemen, dass vor absterbens hochgedachts fürstn herzog Meinhardts, so anno 1292 geschehen und zu Stambs begraben ist, anno 1820 zuvor in seiner landsregierung der salzperg erfunden ist worden durch den edln gestregen ritter herrn Niclausen von Rornbach aus Oesterreich, der dan im salz- und andern pergwerk vast wol erfaren und sein lob in andern gegenden ausgeprait ist, wan er zu Reichnhall und andersswo solich pergwerk aus göttlichen gnaden anzaigt hat. Nun ist der salzperg zwischen hohen gepirgen im Haltal ainen tail also genant gelegen, sagt man wie am erstn das salzhaus, auch genent das pfannhaus (von den pfannen darin genant) nit weit davon gestanden sey, darnach aus merung der salzigen materi und enge des tals sey es aus dem tall af die eben, doch zunächst bey dem perg ain zeit gestanden auf dem Aichach, als aber daselbumb der Aichachwald und alles holz (des man darzue nit wenig braucht) verprent und desshalben mangl in der höch gewesen ist, hat man das pfannhaus transferiert zum drittnmal, gar in die senk zu dem Ynnstrom, damit holz und ander notturft auf dem wasser dester leichter müg kumen. Soliche erfindung ist in dem Inntal, an der Etsch, zu Pairn und Schwabn nemlichn nit klain erschaln. Man hat auch zu solcher manigfaltiger arbeit undsonderlich auch kunstreich laith, damit soliche erfindung nit wider abschetz wuerd, von manigen enden berüeft, die dan yren guetn sold und aufnemen befunden haben, sich mit der weil ainzign (das dester bass der arbeit ausgewart möchte werden) sich bey dem pfannhaus nider gelassen und heuser da her gepaut und von andern gegenden da her gezogen. Hat der hochgedacht herzog Otto mit kinig Heinrichn zu Behaim und andern seinen brüedern gesehen, dass solche gotzgab inen und iren nachkummen, dem ganzen land, auch vil andern frembden gegenden und ländern und sonderlichen dieser gegent aus gottes wundersamen miltigkait gar grösslich nutz und erpriesslich zu ewigen zeitn sein würd und darauf fürsichtiglich betracht, so der allmächtig gott mit solcher und vil anderer gab durch natürliche subtilikait disem fleck also begabt, nit unzimlich sonder vast dauglich und guet sein würd, solches end oder ort mit ordenlichen, sittlichen, burgerlichen leben der menschen da wonend , hat darauf aus fürstlicher freyhait , macht und gunst diese statt mit burgerlichen freyhaitn geziert und pegabt, wie am anfang steet und am ersten den namen geben Haal, wie dan in kriechischer sprach haal ein salz haisst und in lateinischer sprach sal. Weiter hat er der statt geben, sich in schimpf und ernst in pannern, fannen und insigln zu brauchn ainen rotten schilt, darin ain weisse volle salzkueffn (darin man das salz trucknet und messt) über sich steend, oben weiter und unden enger und mit etlichen gelben raiffn punden. Das jetztpemelt wappen hat nachmals der allerdurchleichtigist grossmächtigister fürst und herr Maximilianus röm. Erwölter kayser, auch erzherzog zu Oestrreich und grafn zu Tyrol etc., unser landtsfürst und allergnedigister herr aus sonderm gunst und gnaden gepessert und geziert mit zway gekrönten guldin lewen, die dy salzkueffn haltn mit payden klattn und krällen, auch mit rotn oder weyssem wax zu siglen, auch mit ander freyhaitn begabt etc. Genanter herzog Otto hat auch ander freyhaitn geben de rstatt, dessgleichen kinig Hainrich zu Behaim , herzog Leopolt, Ruedolf von Oesterreich, auch markgraf Ludwig zu Brandenburg, graf zu Tyrol etc."


Neben dem Salzabbau war Hall noch aus einem anderen Grund prädestiniert eine Handelsmetropole zu werden: Der Inn war nur bis Hall mit größeren Flößen schiffbar. Um 1300 wurde eine Brücke über den Inn gelegt, über die nun der Transit zum Brenner verlief. Diese wurde sieben Jahre später um einen Rechen erweitert, an dem, das im Oberland in den Inn gedriftet Holz,  für die Saline abgefangen wurde. Wie wichtig dieser Wassertransit zu dieser Zeit bereits war und wie schnell er  für Hall eine besondere Bedeutung erhielt, kann man an der Entstehung der Zunft der „Schefleut" um 1350 erkennen. Zu dieser Zeit bildete Hall bereits die Kopfstation der Innschiffahrt. Die Reichweite der Haller Schiffer ging sehr weit, so erhielten sie im Jahre 1363 ein Zollprivileg für die österreichischen Mauten an der Donau.



 

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