| Hall in Tirol |
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Kuno von Rot gründete angeblich das Stift und vermachte ihm riesige Besitzungen in Tirol. Die Stiftungsurkunde wurde noch zweimal abgeschrieben, nämlich 1073 bei der Bestätigungsurkunde von Kaiser Heinrich IV. und 1151 bei der Bestätigungsbulle des Papstes Eugen III. . Die sich auf die tirolischen Besitzungen beziehenden Angaben in der Urkunde Heinrichs IV. lauten: „... Wachreine, Turholz, Walchsee, Colental, totum Billersee cum ecclesia, decimis. Terminis et appendiciis suis. In Luikental, Stengen, Wiesenschvvank, quam filiae ad pernoctandum tradiderat, cum de loco ad locum transiret. Apud Halle patellam salis et locum patelle. In Stubeia duos mansos, in Wibetal stabularem curiam. Ad valles in monte, qui dicitur Ritino, quinque mansos. ad Sufan in Poscen curiam et vineas. ..."[1]
Analysiert man die Verteilung der Orte auf der Karte, so erkennt man, dass die Verteilung über das Unterinntal in einer Linie nach Hall führt und von dort über das Wipptal in Richtung Süden. Somit ist es sehr naheliegend, dass in dieser Erwähnung das besagte Halle das heutige Hall in Tirol sein muß. In den Aufzeichnungen des Bistums Brixen, welchem 1027 die Grafschaftsrechte über die Grafschaft Tirol verliehen wurde, wird Hall bis ins 13. Jahrhundert nicht erwähnt. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass Brixen zwar alle herrschaftlichen Rechte in diesem Gebiet innehatte, aber nicht die des Bergbaues. Erst unter Friedrich II. wurde dem Bischof von Brixen am 29.12.1217 das Recht auf Silbergruben, Metalle- und Salzbergwerke eingeräumt.
![]() Oberer Stadtplatz Im 13. Jahrhundert wurde der Salzabbau immer mehr intensiviert, obwohl der Salzkern noch nicht gefunden worden war, und der Abbau noch nicht sehr ergiebig war. Trotzdem gab es zu dieser Zeit bereits eine derartige Nachfrage an Salz, daß sich die Kirche genötigt sah, für die Heiligung des Sonntages Maßnahmen zu ergreifen und die Arbeitsruhe zu erzwingen. Da für den Solebetrieb eine riesige Menge an Holz benötigt wurde, waren die vorhandenen Bäume im umliegenden Gebiet in kürzester Zeit abgeholzt. Bis zu dieser Zeit befand sich das Sudhaus in Thaur, welches damals aufgrund des dortigen Gerichts und der Burg das Zentrum in dieser Region darstellte. Wegen der Holzknappheit transportierte man über den Inn Holz aus dem Engadin und Vinschgau, weswegen das Sudhaus 1263 an den Inn bei Hall verlegt wurde.
Zusätzlich zum Salzhandel war Hall aufgrund der Lage am Inn prädestiniert, sich zu einer größeren Siedlung zu entwickeln. Diese Tendenz wurde noch durch die Entdeckung des Salzkerns durch Nikolaus von Rohrbach verstärkt. Wirkliche Bedeutung als Saline bekam Hall aber erst im Jahre 1284, als Meinhard II. das Bergwerk vom Grafen von Hirschberg erwarb. Mit neuen Methoden und Ämtern wurde der Abbau perfektioniert und die Fördermenge pro Jahr auf mehr als 1000 Tonnen gesteigert. Unter Umständen ließ Meinhard II. 1285 die Bewohner des Marktes Hall eine Schutzmauer errichten und trug 50 Mark dazu bei.[2] Dieses Vorgehen kann vor allem aus dem generellen Verhalten Meinhards II. gegenüber wichtigen Handelsorten erklärt werden, welche er aus mehreren Gründen zu befestigen trachtete. Meinhards stark expansionistische Politik musste finanziert werden, so dass nur Städte in der Lage waren den Landeherrn mit ausreichenden Mitteln zu unterstützen. Mit der Territorialbildung war der Verlust vieler Vorrechte des Adels verbunden, wodurch sich dieser immer mehr in Opposition zu Meinhard befand und sich das Bürgertum als starker Partner anbot. Mit der Errichtung der Mauer war eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Stadterhebung verbunden. Eine Stadt bedeutete einen sowohl politischen als auch verwaltungstechnischen Stützpunkt, da die Finanzverwaltung für eine ganze Region dort angesiedelt werden konnte. Meinhard II. war bestrebt die erworbenen Gebiete und die Stammländer verwaltungsmäßig zu konsolidieren, was am einfachsten mit Stadtgründungen zu erreichen war. Bedenkt man, daß 1284 Meinhard die Saline kaufte, so könnte dahinter ein gut durchdachter Plan stehen. Doch die eigentliche Stadterhebung erfolgte 1303 unter seinem Sohn Otto der Hall zur Stadt erhob.
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Im deutschsprachigen Raum ist der Ortsname Hall nicht selten anzutreffen, sowohl in Kombination als auch allein stehend. Dies hängt damit zusammen, daß „halle" im althochdeutschen soviel bedeutet wie „Ort der Salzsieder". Somit steht der Ortsname von Hall in Tirol mit dem dortigen vorherrschenden Wirtschaftszweig in direkter Verbindung. 