Gargazon PDF Drucken E-Mail

Wappen von GargazonFunde von römischen Bronzemünzen im heutigen Gemeindegebiet von Gargazon beweisen, dass zu Kaiserzeiten die alte Römerstraße Via Claudia Augusta hier vorbeiführte. Besiedelt jedoch wurde das Gebiet erst sehr spät. 4)

Im Jahr 1027 verlieh Kaiser Konrad II. die Grafschaft Bozen und Trient an die Bischöfe von Trient die Grafschaft Nurihtal an die Bischöfe von Brixen. In dieser Urkunde wird als Grenze zwischen der Grafschaft Bozen und der Grafschaft Vinschgau der „Gargazone fluvius“ (Gargazoner Bach – heute Aschlerbach) bezeichnet. Diese Urkunde ist allerdings nur als notarielle Abschrift aus dem Jahre 1270 überliefert und man vermutet, die Grenzangabe am Gargazoner Bach sei erst mit der Anfertigung dieser Abschrift eingeschoben worden. Aufgrund dieser neueren Urkunde wurden von den Grafen von Tirol die Grenzen des weiteren Burggrafenamtes bis nach Gargazon ausgedehnt.1)

Josef Tarneller schreibt im Verzeichnis „Die Hofnamen im Burggrafenamt und in den angrenzenden Gemeinden: Ganz dunklen Ursprungs ist das nur aus 12 Höfen und einem Lehen bestehende Gericht Gargazon, das seit dem Anfang des 17. Jh. dem Kellerambte von Meran einverleibt erscheint“.

Erste Hinweise auf den Ort gibt es im 13. Jh. etwa in einer Urkunde von 1285, in der ein an das Urbaramt von Tirol abzuliefernder Zins von „Garezan unter Purchstal“ erwähnt wird. 4)

In Urkunden aus den Jahren 1320 und 1326 ist von einem gewissen „Ulricus villicus de Gargentzan sive de Purch“ die Rede sowie in einer Urkunde von 1337 von einem Albrecht dem Rottenburger von Gargazon. Er ist wohl ein Vetter des Hofmeisters Heinrich von Rottenburg gewesen. 4)

1407 taucht Gargazon erstmals als Gericht in einer Urkunde auf. Aus ihr geht auch hervor, dass der Ort damals aus 23 Gütern bestand 4).

Nach dem Sturz Heinrichs von Rottenburg kam Gargazon im Jahre 1411 in den Besitz des Landesfürsten und wurde mit dem Kelleramt auf Tirol vereinigt. 4) Im Mittelalter wird Gargazon mit dem Namen Garazandt als kleines „Gerichtl“ erwähnt, das dem Kelleramte in Meran zugehörte. 2) 1810 fiel das Gebiet des Gerichtes von Gargazon an das Königreich von Italien und damit zum Triubnal- und Friedensgericht von Bozen. Die Gerichtsorganisation unterstellte Gargazon 1817 dann dem Landgericht Meran. 4)

Der Aschlerbach bildete öfters eine Grenze: so zwischen Rätien I und – Rätien II (Karl Theodor Höniger), 843 zwischen Deutschland und Italien und 1810 bis 1814 zwischen Bayern und dem Königreich Italien (Beda Weber).

(Quelle: Wasserfall 3/1993 – Karl Zerzer)

Eine Gedenktafel am Bergerhof erinnert an die Schlacht vom 03. April 1797 in Gargazon, bei der Landsturm, Schützenkompanien und reguläres Militär unter General Laudon die Franzosen vernichtend geschlagen und schließlich aus Bozen vertrieben haben.

(Quelle: Wasserfall Nr. 6/1997 – Karl Zerzer)

Streumöser, Türkäcker, Weinberge, Kartoffeläcker und im Talboden weite Sümpfe, Möser, Auwälder prägten noch in der 2.Hälfte des 19. Jh. Gargazon. Im Jahre 1876 wurde ein Gesetzeswerk zur Regulierung der Etsch verabschiedet. Daraufhin erfolgte auch in Gargazon ein Durchstich, um den Fluss zu begradigen. 2) Dies war der Grundstein für den heute so reichen Obstbau im Etschtal. Von 1908 bis 1940 leistete Fridolin Thuile sen. Pionierarbeit mit groß angelegten Entsumpfungs- und Kultivierungsmaßnahmen. Reste des alten Flusslaufes findet man noch in der „Tschachaun“ an der orografisch rechten Seite der Etsch südlich der neuen Brücke. Dieses Feuchtgebiet wird im Volksmund auch „Hufeisen“ genannt, weil die Etsch dort früher einen großen Bogen machte. Im Landschaftsplan der Gemeinde Gargazon ist dieses Feuchtgebiet als Naturdenkmal ausgewiesen.

Quellen:
1) Burggrafenamt und Meran – Langes – Athesia
2) Geschichte des Landes Tirol – Bd. 1 – Walter Leitner – Athesia
3) Tiroler Burgenbuch – Burggrafenamt – Oswald Trapp – Athesia
4) Tageszeitung Dolomiten vom 20./21. Februar 1999

Gemeinde Gargazon

 

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