| Schlaiten |
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1501 leisten folgende Bauern Abgaben (durchwegs Hafer, Geld und Roboten) an das Lanntgericht Luentz: Peter in Grueben, Hans Centz, Florian Resch, Stoff Cantschnigk, Casper in Krass, Linhardt auff des Hollauß guet, Lindel zue Gontschach, Alban zue Gontschach. Grueber auff Göriach, Stoff Coningk, Jacob auf der Platten, Peter in Pedabria. 1583 sind 26 Höfe angeführt, weiters 27 Stockmühlen, davon 2 mit einem Stampf. Erstmals ist der Begriff „Gmain“ nachgewiesen. Die Gmain dient von einer „Saag auf den Schlatnerpach“ 4 Kreuzer Freistift-Zins an die Herrschaft Lüenntz. Ebenso ist eine „Saag auf Göriachpach und Gridlingischen Grundt“ angeführt. Die Bauern haben beachtliche Abgaben an die Herrschft (Wolkensteiner), an die Kirchenverwaltungen, an das Bürgerspital und an andere Grundherrn, meist in Naturalien und Geld, aber auch in Form von Roboten, zu leisten. Die Armut zwang vor allem junge Menschen, sich anderswo als Handwerker u. ä. den bescheidenen Lebensunterhalt zu sichern. Diese Not setzte sich fort bis ins 20. Jahrhundert. 1712 besteht die Rotte Schlaiten aus 29 Höfen und 4 Untersässen. Michael Pedarnig vom Pedarniggute, Pächter des Tamerburghofes in Patriasdorf, 34 Jahre alt, wird als Tiroler Landstürmer im August 1809 bei seinem Hause im Verteidigungsfalle vom Feinde (Französische Armee) gefangen, nach Lienz gebracht und dort erschossen. Waldburga Platner vom Platnergute, bei Gelegenheit der Einrückung der Französischen Armee im August 1809 „vermüßt“ und 1820 für Tot erklärt. 1810 wird die Rotte Schlaiten (unter Bayrischer Herrschaft) zu Ainet geschlagen. Das Revolutionsjahr 1848 und die Folgejahre bringen den Bauern die endgültige Freiheit von den Grundlasten. Sie werden Eigentümer der jeweiligen Höfe. 1865 sind durch einen sehr starken Hagelschlag große Schäden verursacht worden. Zur Behebung dieser Schäden musste die Gemeinde beim Land ein Darlehen in Höhe von 2.000 Gulden (zu 4 % Zinsen) aufnehmen und dafür die gesamten Gemeindewälder als Sicherstellung an das Land verpfänden. Auf dieses Katastrophenjahr geht das Gelöbnis der jährlich im Juli stattfindenden, ca. 8-stündigen Wallfahrt nach Maria Luggau zurück, an der heute noch 50 bis 60 Wallfahrer teilnehmen. 1900 zählt Schlaiten 289 Einwohner. 1937 wandern auf Grund der wirtschaftlichen Situation 17 Einwohner von Schlaiten nach Dreizehnlinden in Brasilien aus. 1939 wird die Gemeinde Schlaiten durch das NS-Regime zwangsweise der Gemeinde Ainet angegliedert und erst am 1. 1. 1949 erlangt Schlaiten wieder seine politische Selbständigkeit. Nach dem zweiten Weltkrieg erleben wir in Österreich die längste Friedensphase, die es je gab und wir erleben auch einen nie da gewesenen Wohlstand und sozialen Frieden. Im Jahre 2004 stellt sich die Gemeinde Schlaiten als Wohngemeinde dar, wobei die meisten Arbeitskräfte nach Lienz und in die nähere Umgebung auspendeln. Die Land- und Forstwirtschaft stellt nach wie vor den Haupterwerb dar. Mit einer 2-klassigen Volksschule, einem Kindergarten, einem Lebensmittelgeschäft, einem Gasthaus und einer Fremdenpension hat Schlaiten die wichtigsten Versorgungseinrichtungen im Dorf und damit eine gute Infrastruktur. Schlaiten hat derzeit ca. 500 Einwohner. Kirchengeschichtliches 1658 wurde die nun vergrößerte Kirche dem Hl. Paulus geweiht und Schlaiten wurde ein viel besuchter Wallfahrtsort, besonders aus Oberkärnten. Ab 1703 gehörte Schlaiten zur Curatie St. Johann im Walde. 1785 wurde Schlaiten Expositur der Curatie/Pfarre St. Johann im Walde und erhielt erstmals einen eigenen Seelsorger, der auch als erster Lehrer in Schlaiten tätig war. In den Folgejahren wurde auch das Pfarrwidum gebaut und diente auch als Schulhaus. Erst 1968 wurde Schlaiten zur Pfarre erhoben. Der barocke Hochaltar aus dem Jahre 1735 trägt 14 Figuren von Johann Patterer. Eine Besonderheit stellt auch der an der Westseite des Friedhofes befindliche Arkadengang mit den 14 Nothelfern dar. Bergbau |



Nach A. Unterforcher kann der Ortsname Schlaiten von „Schlatt“, auch „Schlait“ abgeleitet werden, was soviel bedeutet wie „Holzschlag“. In den „Dreizehn Gemeinden“ auf der Hochebene nördlich von Vicenza gibt es mehrere Orte dieses Namens; heute italienisch „Schio“.