| Nassereith |
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Die Schenkung der Güter in Tormudes des Herzog Welf von Bayern an das Kloster Raitenbuch bei Augsburg um 1150 gilt als älteste Nennung von Dormitz. Im Jahre1336 wurde mit dem Bau der Burg Fernstein begonnen. Die Siedlung Tormundes gehört zum Steuerbezirk Imst und hatte im Jahre 1275 neunundzwanzig steuerpflichtige Einwohner. Der Ortsname Nassereith wird um 1350 erstmals erwähnt. Nassereith und Dormitz waren bis ca.1580 eigene Gemeinden. Mit dem Bau der Siegmundburg wurde im Jahre 1451 begonnen. Die Burg wurde jedoch nie fertig gestellt und war bereits 1720 unbewohnbar. Durch die verkehrstechnisch günstige Lage wuchs der Ort schnell und 1629 wohnten ca. 700 Personen in 123 Häusern. Mitte des 1900 Jahrhunderts wurde eine Bahntrasse über den Fernpaß geplant. Dieses Vorhaben wurde jedoch nie ausgeführt. Nachdem der Verkehr über den Fernpaß, ein für die Bewohner nicht mehr erträgliches Ausmaß erreicht hatte, wurde nach langjähriger Planung und kurzer Bauzeit 1994 eine Umfahrungsstraße eröffnet. Neben der Landwirtschaft und dem Warenverkehr spielte die Erzgewinnung in der Umgebung von Nassereith eine wichtige Rolle. Sie bildete für zahlreiche Familien die Existenzgrundlage. Anfänglich wurde nur Bleierz gewonnen, später auch Zinkblende, Galmei, Wulfenit, Pyrit, Markasit und Fluorit. Die Erze wurden teilweise vor Ort verarbeitet. So stand z.B. ein Messingwerk in Nassereith. 1952 wurde der Bergbau nach mehreren Unterbrechungen endgültig wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt. Anfang des 1900 Jahrhunderts gründete der Färbermeister Franz Kranewitter die Nassereither Textilfabrik. Trotz mehrfacher Besitzerwechsel wuchs das Unternehmen und es fanden bis zu 400 Personen Arbeit. Die Erzeugung von Textilien wurde aber durch die Konkurrenz in den Billiglohnländern weitgehend unrentabel, sodass die Fabrik Ende der 80 Jahre des letzten Jahrhunderts schließen musste. Der Fremdenverkehr entwickelte sich in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg zu einer wichtige Einnahmequelle für die Gemeindebevölkerung. Es wurden Schilifte gebaut und ein Hallenbad errichtet. Mit dem Ausbau der großen Schigebiete in den Zentralalpen und dem Rückgang des Sommertourismus ist jedoch der Gemeinde eine übermächtige Konkurrenz erwachsen. Das Dorf wurde auch immer wieder von Katastrophen heimgesucht. So legten mehrere Brände ganze Ortsteile in Schutt und Asche. Hochwasser und Lawinen zerstörten Häuser, Straßen und Brücken und verwüsteten Felder, Gärten und Waldbestände. Leider wurde der Ort auch immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen wie zum Beispiel bei den spanischen Erbfolgkriege, den Freiheitskämpfen oder auch im zweiten Weltkrieg. Zu den bekanntesten Nassereither Persönlichkeiten, die sich auch außerhalb der Gemeindegrenzen einen Namen gemacht haben, zählen
Heimatbuch Nassereith |



Der Besiedlungsnachweis aus der Spät-La-Tène-Zeit erbrachten ein Holzkohlenrestefund in einem Kleinbackofen sowie verschieden gefärbte Scherben, Fragmente von Schwertern, Helmen und Lanzenspitzen im Bereich Dormitzer Feld. Diese Funde sind nicht nur ein Beweis, dass bereits 200 bis 300 Jahre vor Christus eine Dauersiedlung bestand, sondern auch ein Hinweis auf eine Wegverbindung über den Fernpaß in das Alpenvorland und über den Holzleitensattel in das östliche Inntal.