Ortsgeschichte
Ortsteile: Oberlängenfeld, Astlehn, Runhof, Gottsgut, Huben, Winkle, Bruggen, Aschbach, Im Brand, Burgstein, Gries, Unterlängenfeld, Dorf, Espan, Au, Oberried, Lehn, Lehner-Au, Unterried, Winklen, Dorferau
1665 wurde in der Gemeinde ein Getreidekasten errichtet, der heute das Heimatmuseum in Längenfeld beherbergt, in dem in erster Linie Gegenstände des bäuerlichen Lebens und der Flachsverarbeitung ausgestellt werden.
1783 wurde der Namen Längenfeld sogar am Wiener Hof bekannt: Ein junges Mädchen aus der Gemeinde wurde in Seefeld unter der Teilnahme einer großen Schar Schaulustiger in Seefeld von Augustinermönchen exorziert. Während diesem Akt sprach das 15 jährige Kind Latein und erstaunte durch gelehrte Predigten. Das Mädchen wurde in Innsbruck inhaftiert und auf Befehl des Kaiser nach Wien gebracht und mit Geldmitteln versehen zurück ins Ötztal geschickt.
Erst 1800 wurden die oben erwähnten jährlichen Gerichtstage in Längenfeld nicht mehr abgehalten.
Die ersten Anfänge des Tourismus in Ötztal wurden durch die Errichtung eines Schwefelbades 1864 eingeläutet, welches vor allem um die Jahrhundertwende viele Gäste anzog.
Aufgrund der geographischen Begebenheiten kam es im Bereich von Längenfeld zu mehreren schweren Unwetterkatastrophen wie Hochwassern und Felsstürze. So wurde 1877 Huben durch einen Felssturz zum wiederholten Male verschüttet, worauf die Regierung in Wien erwog, die Bevölkerung nach Ungarn umzusiedeln, jedoch nahm man davon nach Widerstand aus dem Weiler Abstand.
Längenfeld war ursprünglich Teil der Urpfarre Silz, erhielt jedoch bereits im Jahre 1469 eine eigene Kaplanei und 1498 eine Kuratie. 1891 wurde Längenfeld gemeinsam mit Huben zur Pfarre erhoben.
Kirche zur Hl. Katharina (Pfarrkirche von Längenfeld)
Dieses Gotteshaus wird erstmals 1313 urkundlich erwähnt, 1518 im gotischen Stil umgebaut und 1690 infolge einer Vergrößerung barockisiert. Diese letzte Veränderung erfolgte jedoch nur im Inneren, sodass die spätgotische Fassade erhalten blieb.
Kirche zum Hl. Martin (Pfarrkirche von Huben)
1697 wurde diese Kirche anstelle einer älteren Kapelle errichtet. Infolge der Pfarrerhebung Hubens im Jahre 1891 wurde sie zur Pfarrkirche.
Danben gibt es noch weitere Kapellen und Kirchen, wie die Dreifaltigkeitskirche, welche im Jahre 1661 zusammen mit dem Pestfriedhof errichtet wurde.
Cassian Götsch
Geb. 17.7.1656 in Burgstein, gest. 25.11.1719
Als Sohn eines Schreiners lernte Cassian Götsch das väterliche Handwerk. Er stattete die meisten Kirchen des Ötztales mit Altären aus. Daneben fertigte er Heiligenskulpturen an, deren Kennzeichen große mandelförmige Augen und ein flaches breites Gesicht sind.