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Appenzeller Krieg

1404 - 1408 führten die Appenzeller Bauern gegen den Abt von St. Gallen einen Krieg. Das Kloster St. Gallen galt seit 1345 als Reichsvogtei über das Gebiet unterhalb des Fusses des Alpsteins. Aufgrund der immer erdrückender werdenden Steuervorschreibung des Abtes Kuno von Stoffeln und inspiriert von den Siegen der Eidgenossen bei Morgarten, Sempach und Näfels, erhoben sich die Bauern gegen den Abt, der sich aber mit Friedrich IV. verbündet hatte.

1405 kam es zur Schlacht am Stoss, welche die Appenzeller gewinnen konnten. Dieser Sieg löste eine Expansion dieses Bundes aus: große Teile Vorarlbergs wurden besetzt, Tirol wurde in die Kampfhandlungen miteinbezogen, wobei viele Gerichte zum Bund der Appenzeller beitreten wollten.  1408 kam es zur Schlacht bei Bregenz, welche die Habsburger Truppen mit Hilfe des Bischofs von Augsburg gewinnen konnten. 1408 wurde in Konstanz Firede geschlossen und die bisherigen Eroberungen der "Bundes vom See" fielen an die Habsburger zurück.

Kurz, Hans Rudolf : Schweizerschlachten; Bern. 1962.
Autor: Mag. Michael Fritz
Burgfrieden

Im Gegensatz zu heute, war das mittelalterliche Rechtssystem nicht auf ein Territorium, sondern auf die persönliche Zugehörigkeit bezogen. Burgen bildeten zumeist einen eigenen Rechtsbereich, der alle damit in Verbindung stehenden Personen mit ein schloss. Dieses Privileg wurde durch verschiedenste Zentralisierungsbestrebungen immer mehr beschnitten, bis im 19. Jahrhundert diese Form komplett abgeschafft wurde. Die oft große Anzahl an "Verfachbüchern" stammt daher, dass der Burgherr zumeist auch Grundherr im angrenzenden Land war und die Gerichtsbarkeit auf seine Ländereien ausdehnte.

Autor: Mag. Michael Fritz

Dendrochronologie

Die Dendrochronologie bestimmt das Alter von Bäumen anhand ihrer Jahresringe.  Da diese aufgrund verschiedener Witterungsbedingungen in ihrer Dicke sich von Jahr zu Jahr unterscheiden, stellen sie eine Art Fingerabdruck dar. Zur Analyse wird ein Bohrkern aus dem untersuchten Holzes geschnitten und die Jahresringe anhand so genannter „Jahresringtabellen" einer gewissen Zeit zugeordnet. Um diese Untersuchungen anstellen zu können muss eine der jeweiligen Region entsprechende Jahresringtabelle existieren.

Weitere Informationen:

  • M. G. L. Baillie: A Slice through Time. Dendrochronology and precision Dating. London, 1995.
  • Fritz H. Schweingruber: Der Jahrring. Standort, Methodik, Zeit und Klima in der Dendrochronologie. Bern und Stuttgart, 1983.
Ehehaft

Gerichtsversammlung , welche sich vor allem um Streitigkeiten zwischen Bauern und Grundherr beschäftigten.

Autor: Mag. Michael Fritz

Ehehafttaidinge

Gerichtsversammlung , welche sich vor allem um Streitigkeiten zwischen Bauern und Grundherr beschäftigten.

Autor: Mag. Michael Fritz

Europabrücke

Die Europabrücke am Brennerpass der österreichischen Autobahn A 13 ist mit einer Höhe von 190 m die zweithöchste Brücke Europas und die höchste Pfeilerbrücke der Welt. Die Brücke ruht auf fünf Stahlbeton-Pfeilern. Der dritte Pfeiler ist mit 184 m der höchste Betonpfeiler der Welt. Die Brücke hat eine Länge von 815 m und eine Stützweite von 784,5 m. In Richtung Innsbruck hat sie ein Gefälle von 4,05 %. Die Breite beträgt 22,2 m. Die Europabrücke wurde am 17. November 1963 für den Verkehr freigegeben

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Frauenzimmer
Als Frauenzimmer wurde ein für die Schloßherrin und ihren Hofstaat reservierter Trakt eines Schloßes oder Ansitz bezeichnet. Oft hatte dieser sogar einen eigenen Eingang und eigene Infrastrukturgebäude.
Frieden von Pressburg

Der Frieden von Pressburg wurde am 26. Dezember 1805 zwischen Österreich und Frankreich unter Napoleon nach der Niederlage von Austerlitz geschlossen und beendete den 3. Koalitionskrieg.

Dabei musste Österreich die Grafschaft Tirol und Vorarlberg an Bayern abtreten. Der Rest von Vorderösterreich wurde unter Baden und Württemberg aufgeteilt. Die Gebiete Venetien, Istrien, Dalmatien und Cattaro, die erst 1797 beim Frieden von Campo Formio zu Österreich gekommen waren, fielen an das napoleonische Königreich Italien.

Das Erzbistum Salzburg, sowie Berchtesgaden kamen im Ausgleich an Österreich. Kaiser Franz II. musste dafür Napoleon als Kaiser anerkennen.

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Frieden von Schönbrunn

Der Friede von Schönbrunn war ein Friedensschluss zwischen Napoleon I. und Franz I. von Österreich am 14. Oktober 1809.

Österreich verlor den am 9. April 1809 begonnenen Krieg gegen Frankreich. In diesem Krieg hatte Österreich versucht, in Deutschland die patriotische Karte zu spielen und Volksaufstände gegen die Franzosen und ihre Satellitenstaaten wie etwa Bayern anzustacheln. Dies gelang aber nur in Tirol, wo der Aufstand Andreas Hofers gegen die aufklärerischen Reformen der Bayern sich eine Zeit lang halten konnte. Daraufhin besetzte Napoleon wieder Wien. Er wurde zwar am 21./22. Mai 1809 in der Lobau bei Aspern und Eßling (Schlacht bei Aspern) besiegt, bezwang die Österreicher aber am 5./6. Juni 1809 in der Schlacht bei Wagram und Znaim.

Österreich musste in diesem Friedensschluss auf Dalmatien, Krain und das Küstenland verzichten und verlor so den Zugang zum Meer. Salzburg fiel an Bayern. Ferner wurde ein Militärbündnis zwischen Österreich und Frankreich geschlossen, das Österreich zwang, 1812 gegen Russland zu ziehen. Die Aufständischen in Tirol wurden fallen gelassen, Andreas Hofer wurde in Mantua erschossen.

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Gericht

Um das Land Tirol besser verwalten zu können, wurden die alten Grafschaften in so genannte Gerichte (kleine Verwaltungssprengel) unterteilt. Diese Gerichte hatte nicht nur das Gerichtswesen inne, sondern die gesamte politische Verwaltung ihres Sprengels. An der Spitze stand der Pfleger, der für die Verwaltungsgeschäfte zuständig war und der Richter, der die Jurisdiktion innehatte. Die unterste Unterteilung dieser Verwaltungshiarchie waren die Gemeinden (Marktgenossenschaften). Zudem wurde unter Hoher oder Niederer Gerichtsbarkeit unterschieden: Die hohe Gerichtsbarkeit (auch Bluts oder Malefizgericht) war für die Todesurteile zuständig, welches das Landesgericht Meran inne hatte, die anderen Gerichte hatte die Niedere Gerichtsbarkeit (Schubgericht) und mussten bei Schwerverbrechen die Gerichtsbarkeit dem Landgericht übergeben. Viele Gerichte wurden seit dem 14. Jh. vom Landesfürsten an Adelige als Pfand vergeben.

Autor: Mag. Michael Fritz

Hutterer

Die Hutterer lebten zunächst in Tirol und Mähren, durchzogen jedoch - bedingt durch Vertreibung und Verfolgung - halb Osteuropa. Urchristliche Gütergemeinschaft, strikte "Absonderung von der Welt", absolute Gewaltlosigkeit und eine enge Ethik kennzeichnet ihre Lehre und ihre Glaubenspraxis.

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Illyrische Provinzen

Während der Napoleonischen Kriege wurden dieser Name gemäß der klassizistischen Zeitmode auch für administrative Zwecke verwendet. Die im Frieden von Schönbrunn 1809 abgetrennten Teile Österreichs wurden von Frankreich als Illyrische Provinzen (mit Hauptstadt Laibach) organisiert. Es bestand aus den Départements Carinthie (Osttirol und der WestteilKärntens - Unterkärnten blieb bei Österreich), Carniole (Krain), Istrie (das Küstenland), Croatie Civile ("Zivilkroatien") und Croatie Militaire ("Militärkroatien", das heißt die Militärgrenze), Dalmatie (Dalmatien), Raguse (Ragusa, das heißt Dubrovnik).
Nach der Rückgabe dieser Provinzen an Österreich 1814 organisierte dieses Gebiet als Königreich Illyrien mit etwas anderen Grenzen: Unterkärnten wurde dazugenommen, dafür das westliche Kroatien und Dalmatien ausgeschieden. 1849 wurde dieses Königreich aufgelöst.

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Indiculus Arnonis

ein Güterverzeichnis des Bischofs Arno von Salzburg um 788 n. Chr. verfasst.

Autor: Mag. Michael Fritz

Kaplanei

Die Kaplanei muss in Verbindung mit der Mutter- oder Urpfarre gesehen werden: Die Mutter- oder Urpfarre erstreckte sich auf ganze Regionen und hatte allein das Recht zur Sakramentsspendeung. Um jedoch lokal die Gemeinden seelsorgerisch versorgen zu können, errichtete man sogenannte Kaplaneien. Diese wurden durch Stiftungen von den jeweiligen Bewohnern selbst finanziert und hatten bis auf die Messfeier keinerlei liturgische Kompetenzen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Kaplaneien zumeist zu eigenständigen Pfarren.

Autor: Mag. Michael Fritz

Kaplaneibeneficium

Stiftung zur Errichtung einer Kaplanei.

 

Konzil von Konstanz

Konzil von Konstanz (1414 bis 1418) wurde von Kaiser Sigismund nach Deutschland an den Bodensee einberufen, um das Abendländische Schisma zu beenden.

 

Ziele des Konzils waren

die causa unionis, die Frage der Kircheneinheit
die causa reformationis: die Frage der Kirchenreform
die causa fidei die Frage der kirchlichen Verkündigung und Sakramentenlehre
Johannes XXIII. kam nach Konstanz und eröffnete das Konzil, wobei nur die Bischöfe anwesend waren, die auf seiner Seite waren. Das Konzil erklärte sich dann als über dem Papst stehend und setzte den Papst im Mai 1415 ab. Da Johannes durch das Konzil von Pisa gewählt worden war, musste er die Autorität des Konzils über den Papst akzeptieren.

Die Kardinäle von Gregor XII. eröffneten ein neues Konzil im Juli 1415 um die Autorität des Bischofs in Rom zu behaupten. Dann beschlossen sie seinen Rücktritt, womit ein weiterer Papst abgesetzt war. Gregor hatte die Autorität des Konzils über den Papst nicht anerkannt.

Benedikt XIII. weigerte sich, zurücktreten und floh von Avignon an die portugiesische Küste, wo er für den Rest seines Lebens (bis 1423) aushielt. Der Kaiser verhandelte mit dem König von Aragon und nach längeren Verhandlungen kamen auch einige von Benedikts Bischöfen und das Konzil setzte im Juli 1417 auch Benedikt ab und im November 1417 wurde ein neuer Papst, Martin V. gewählt.

Das Konzil verurteilte die Lehren von John Wyclif, Jan Hus und Hieronymus von Prag. Jan Hus und Hieronymus von Prag, die in Konstanz anwesend waren, wurden als Ketzer verbrannt, John Wyclif (1330 bis 1384) war zu der Zeit bereits seit drei Jahrzehnten tot, doch seine Gebeine wurden ausgegraben und ebenfalls verbrannt.

Das Konzil veröffentlichte das Dekret Haec sancta am 6. April 1415, das hinsichtlich der Vorrangstellung von Papst und Konzil von Interesse ist.

Dieser Entscheid des Konzils wurde von keinem Papst approbiert, außerhalb von Rom jedoch von Bischöfen und Theologen in ganz Europa bis ins 16. Jahrhundert nachdrücklich verteidigt.

Konstanz sowie das ganze Bistum Konstanz, damals schon eine bedeutende Bischofsstadt am Ausgang des Bodensee, ist dadurch noch berühmter und mächtiger geworden.

Papst Martin V. einigte sich 1429 mit Klemens VIII., dem Nachfolger von Benedikt XIII. und beendete damit das westliche Schisma.

In Böhmen hat das Urteil über den populären Prager Prediger und Kirchenreformer Hus zu Volksaufständen geführt, die schließlich zu der hussitischen Revolution führten. Die Hussiten und ihre Nachahmer führten danach fast zwei Jahrhunderte in Mitteleuropa religiös motivierte Kriege, die in den Dreißigjährigen Krieg mündeten und erst mit diesem endeten.

Hundert Jahre nach der Hinrichtung von Hus und Hieronymus am Konstanzer Rheinufer, begann auch in Deutschland die Reformation

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Landeshymne

Der Text der Tiroler Landeshymne ist ein 1831 verfasstes Gedicht von Julius Mosen. Die dazugehörende Melodie schrieb Leopold Knebelsberger im Jahr 1844. Zur offiziellen Hymne des Landes erklärt wurde das Lied 1948.

 

In Tirol ist die Landeshymne durch ein Gesetz wie folgt geschützt:

Text und Melodie des Andreas-Hofer-Liedes bilden ein untrennbares Ganzes. Es ist daher verboten, seinen Text nach einer anderen Melodie und zu seiner Melodie einen anderen Text zu singen. Dieses Verbot gilt auch für Texte und Melodien, die dem Andreas-Hofer-Lied ähnlich sind und nur unwesentlich davon abweichen.

Eine Missachtung kann mit einer Geldbusse von bis zu 72,67 Euro oder 4 Wochen Arrest bestraft werden. Verfassungsrechtlich ist der umfassende Schutz der Hymne umstritten, unter anderem auch deshalb, weil bis zur offiziellen Verleihung des Status der Hymne bereits andere Lieder existierten, die die selbe Melodie verwendeten. Zu den bekannstesten Liedern mit der selben Melodie gehört das Arbeiterlied Dem Morgenrot entgegen.
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Landlibell

Das Landlibell ist eine Urkunde von Kaiser Maximilian I. vom 23. Juni 1511. Sie legte im Einvernehmen mit den Tiroler Landständen fest, dass die Stände zur Verteidigung des Landes Kriegsdienste zu leisten hatten. Das Landlibell bildete ein Teil der Tiroler Landesverfassung.

Die Verteidigungsmannschaft bestand aus zwei Gruppen:

Dem Aufgebot, eingeteilt durch Gerichte (Verwaltungseinheiten) in einer Stärke von 5000 bis 20.000 Mann, je nach Bedrohung
Dem Landsturm, der bei plötzlichem Einbruch des Feindes alle Wehrfähigen vom 18. bis zum 60. Lebensjahr aufgeboten wurde.
Das Landlibell beinhaltete weiters, dass das Aufgebot und der Landsturm nur innerhalb des Landes (Tirol) Kriegsdienst leisten mußte, und dass er ohne Bewilligung der Landstände keinen Krieg beginnen sollte, der Tirol betraf.

Die Ausrüstung samt Waffen war vom Aufgebot und Landsturm selbst zu beschaffen, sie wurden dabei vom Innsbrucker Zeughaus unterstützt, die Geschütze und Werkzeuge lieferten. Damit war auch das Recht verbunden, dass jeder Wehrfähige eine Waffe tragen durfte. Dies begründete das Schützenwesen. Ursprünglich war jedoch nur ein Drittel mit Feuerwaffen ausgerüstet, der Rest mußte sich mit Spießen, Schaufeln, Hacken, Beilen und Hauen bewaffnen.

Das Landlibell wurde immer wieder den geänderten militärischen und politischen Anforderungen angepaßt. 1704 wurden die Schützen als eigene Truppe neben dem Militär geführt und ab 1736 eine Trennung in Standschützen mit einer intensiven Scharfschützen-Ausbildung und dem Landsturm als bisher bestehender Miliztruppe durchgeführt.

In der Zeit der Napoleonischen Kriege 1796-1813 kam es zur ersten großen Bewährungsprobe des neuen Verteidigungssystems. Die Auflösung des Landlibells durch die bayrische Besatzungsmacht 1809 und die Zwangsaushebung von Rekruten in Axams führte zum Landesaufstand unter Andreas Hofer.

In das Jahr 1838 fällt die Gründung des Tiroler Jägerregiments, das bis 1914 ausschließlich aus Tirolern bestand und nur zum Schutz des eigenen Landes eingesetzt werden sollte. 1866 und 1914 wurde diese Abmachung allerdings gebrochen.

Das Jahr 1870 brachte die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht vom 18. bis zum 42. Lebensjahr, die dem Schützenwesen für die Dauer der Ableistung des Wehrdienstes entzogen waren. Nach Ableistung der Wehrpflicht bildeten diese Männer den Landsturm. Die Standschützen bildeten Freiwilligenregimenter für Mitglieder des Landsturms und Männer unter 18 und über 42 Jahre.

1915 waren reguläre Tiroler Regimenter in Galizien eingesetzt, zur Verteidigung der Südgrenze gegen Italien wurden Standschützen eingesetzt (all jene, die zu jung oder zu alt für den regulären Wehrdienst waren).

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 kam dem Schützenwesen keine militärische Bedeutung mehr zu, die Schützenkompanien haben seither hauptsächlich gesellschaftliche Bedeutung und dienen der Traditionspflege.

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Malgrei

Dieser Begriff ist nur für das Tiroler Gebiet belegt.
Er bezeichnet den Unterbezirk einer Gemeinde eines Gerichts.
Der Vertreter der Malgrei beim Gericht hieß Anwalt.
Im 19. Jahrhundert bildeten sich aus vielen Malgreien politische Gemeinden.

Mittenwaldbahn
Die Mittenwaldbahn (auch Karwendelbahn) verbindet die Stadt Innsbruck in Österreich über den Wintersportort Seefeld mit Mittenwald (Grenzübergang) und Garmisch-Partenkirchen in Deutschland.
Die Mittenwaldbahn wurde als elektrische Lokalbahn in den Jahren 1907 bis 1912 von Ing. Josef Riehl erbaut. Ihr erstes Teilstück wurde am 28. Oktober 1912 eröffnet und gemeinsam von den Staatsbahnen Österreichs und Bayerns betrieben. Sie war eine der ersten mit hochgespanntem einphasigem Wechselstrom betriebenen Bahnen. Dadurch hatte sie großen Einfluss auf die Normen des elektrischen Bahnbetriebes in Mitteleuropa. Zusammen mit der Außerfernbahn bindet sie das Außerfern (jenseits des Fernpass gelegen) an Tirol an.

Geschichte
Bemerkenswert an der Trassenführung der Bahn ist die lange tunnelreiche Hanglehnenstrecke bis zur Martinswand und die Schleife mit vielen Viadukten durch den Schloßbachgraben oberhalb von Zirl.
Ing. Josef Riehl hatte zuerst ein Projekt vorgelegt, welches eine Trassierung von Innsbruck zuerst nach Hall und dann nach einer Kehre vorwiegend in Tunnels bis nach Seefeld vorsah.
Die Mittenwaldbahn gehört zu den teurersten Bahnprojekten, gemeßen an ihrer Länge, aufgrund ihrer Trasse in vielen Tunnels, wurde von Anfang an ein elektrifizierter Betrieb geplant. Um die erforderliche Elektrizität zu garantieren, wurde in der Nähe der Stephansbrücke im Stubaital das Ruetz-Kraftwerk gebaut, welches 2 Mal 4.000 PS lieferte. Erst in der weiteren Folge sollte der bayerische Streckenteil durch das Kraftwerk Walchensee versorgt werden, welches allerdings erst 1924 fertiggestellt wurde.
Im Zweiten Weltkrieg verhinderten die starken Gefälle und die kurzen Bahnhöfe eine starke Einbindung in die Nachschubtransporte. 1945 wurde die Mittenwaldbahn von den Alliierten als strategisch wichtig eingeschätzt, und insgesamt sechs Luftangriffe gegen das Gurglbachtalviadukt geflogen. Auch die Innbrücke in Innsbruck war mehrmals Ziel von Luftangriffen.
1950 kam es im Winter zu einem Lawinenabgang in der Ausweiche Martinswand, bei der eine Lokomotive komplett verschüttet wurde. Mit tatkräftiger Hilfe der französischen Alliierten konnte die Bahn wieder freigeschaufelt werden. 1968 wurde die Stelle durch die Errichtung eines Lawinenschutzdaches wieder sicher gemacht.
Mit der Abhaltung der Olymischen Winterspiele in Innsbruck und Seefeld war auf der Mittenwaldbahn mit starkem Fahrgastaufkommen zu rechnen, und alle Bahnhöfe wurden mit elektrischen Lichtsignalen ausgestattet. Seefeld erhielt zudem einen neuen Bahnhof. Auch der Oberbau wurde verändert, sodass nun sowohl Lokomotiven der DB als auch der ÖBB die Strecke befahren konnten. Aufgrund der seinerzeit reichlich bemessenen Brückenstatik konnten sie es sogar in Doppeltraktion tun.
Die Olympischen Winterspiele 1976 wurden wiederum problemlos bewältigt, ebenso die Alpinen Skiweltmeisterschaften in Seefeld 1985.
In den 1980er Jahren, als in Innsbruck viele Straßen verbreitert wurden, wurde es nötig, die Strecke, welche Innsbruck in Hochbauweise durchquert, teilweise neu zu bauen, insbesondere, was Brücken betraf.

Besonderheiten der Streckenführung
Die Mittenwaldbahn besticht durch kühne Streckenführung, geplant vom bekannten Bahnpionier Ing. Josef Riehl.
Die Mittenwaldbahn überquert in Innsbruck den Inn auf einer Stahlbrücke und wird im Stadtgebiet als Hochbahn geführt. Als Hanglehnenstrecke wird die Bahn von Innsbruck nach Westen geführt.
Im März 1910 wurde schließlich der erste Spatenstich in der sagenumwobenen Martinswand getan. Die schroff ins Inntal abfallende Martinswand und der zerklüftete Schlossbachgraben stellten die größten Herausforderungen dar. Der Schlossbach wird in einer Höhe von rund 60 Metern über dem Wasserspiegel von einer eisernen Bogenfachwerkbrücke mit einer Länge von 66 Metern überwunden. Am karstigen Hang des Hechenbergs wurde der Finstertal-Viadukt gebaut, im Schlossbachgraben Hangviadukte und der Kaiserstandviadukt unterhalb der Ruine Fragenstein. Bei Reith wurde der Gurgelbachviadukt gebaut, bei Scharnitz die Isar-Brücke.
Viele Brückenbauwerke ähneln in ihren Abmessungen der Schweizer Albulabahn. Während dort jedoch auf Naturstein zurückgefriffen werden konnte, musste in Tirol Beton verwendet werden. Auch die Tunnelwölbungen mussten betoniert werden, weil das Gestein zersprang.
Der Bau des Tunnels in der Martinswand war besonders aufwändig, weil allein für den Betrieb der Baumaschinen eine 17 km lange Hochspannungsleitung aus Innsbruck verlegt werden musste. Benzinlokomotiven brachten das Gestein zu den Halden. Eindringendes Wasser unterbrach die Bauarbeiten an der Westseite des Tunnels, eine elektrische Pumpanlage musste aufgestellt werden. Die Wohnbaracken an der Ostseite mussten aufgrund von Platzmangel weit unterhalb am steilen Rand angelegt werden. Eine Seilbahn musste gebaut werden, die Arbeiter und Material aus dem Inntal zur Baustelle beförderte.
Der kleinste Kurvenradius der Mittenwaldbahn beträgt 200 Meter, die Maximalsteigung lag mir 36,5 Promille noch deutlich höher als die 31 Promille der Arlbergbahn oder die 25 Promille der Brennerbahn.
Am Westbahnhof in Innsbruck zweigt die Strecke von der Arlbergbahn ab und erreicht bei Hötting den Bergfuß auf 580 Meter Seehöhe. Der Scheitelpunkt am Seefelder Sattel liegt auf 1.184 Meter. Auf der Distanz von 19,2 Kilometern muss dieser Höhenunterschied erreicht werden. Im Anschluss fällt die Strecke mit bis zu 30 Promille nach Garmisch ab, wo Anschluss an die bestehende Strecke über Murnau und Weilheim nach München besteht. In Garmisch zweigt auch die Außerfernbahn über Lermoos nach Reutte ab.

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Mutterpfarre

Unter Mutter- oder Urpfarre versteht man die großen Pfarreinheiten des Mittelalters. Die Pfarre bestand damals aus einem dem verwaltungstechnisch entsprechenden Gebiet. Die Rechte der Mutterpfarre erstreckte sich auf die alleinige Kompetenz zur Sakramentsspendung. So mußten zum Beispiel die Bewohner weit entfernter Orte in der Urpfarre die Kinder taufen lasssen. Trotzdem wurde in den meisten Fällen eine Kirche in den einzelnen Orten errichtet. Im 18. Jahrhundert begann die Auflösung der Mutterpfarren, wobei die einzelnen Orte zu eigenen Pfarrgemeinden wurden.

Norikum

Noricum war ein keltisches Königreich (lat. Regnum Noricum) im heutigen Österreich und später eine Provinz des Römischen Reiches. Es umfasste ungefähr die heutigen österreichischen Bundesländer Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und Steiermark sowie Südostoberbayern mit dem Chiemgau. Angrenzend waren Raetia im Westen, Pannonia im Osten und Dalmatia im Südosten. Im Süden befand sich das italienische Kernland, im Norden die mit der Donau zusammenfallende Grenze des Imperiums.

Die ursprüngliche Bevölkerung waren Illyrer, die im 3. Jahrhundert v. Chr. durch keltische Einwanderer verdrängt wurden. Die Römer nannten das hier ansässige keltische Volk Norici, nach ihrer Hauptstadt Noreia.

Noricum wurde im Jahr 16 v. Chr. Teil des römischen Reichs. Zunächst behielt es eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum, doch unter dem Kaiser Claudius wurde es um 40 n. Chr. endgültig eine römische Provinz.

Noricum wurde von den Römern in den folgenden Jahrhunderten mit einem dichten Fernstraßennetz überzogen. Zahlreiche Meilensteine und andere archäologische Funde legen davon Zeugnis ab. Die besterforschte römische Straßenstation Noricums ist Immurium (Moosham, Bundesland Salzburg), am Südfuß des Radstädter Tauern.

Bei der unter Kaiser Diokletian vorgenommenen Verwaltungsreform wurde Noricum der Diözese Illyria zugeschlagen. Die Provinz selbst wurde in Noricum Ripense ("Ufer-Noricum", gemeint ist das Donau-Ufer) und Noricum Mediterraneum ("Binnen-Noricum") geteilt.

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Orter
Orter: frühneuhochdeutsch für Schwert oder Stichwaffe
Pechnase

Eine Pechnase war ein kleiner Erker, welcher der Mauer von Burgen vorgebaut war, durch dessen Öffnungen im Boden man heisse Flüssigkeiten auf Angreifer schütten konnte. Positioniert waren diese Verteidigungseinrichtungen vor allem über dem Torbereich und an anderen neuralgischen Punkten der Verteidigung.

Riesenrundgemälde

Das Riesenrundgemälde ist eine Panoramadarstellung in Innsbruck.

 

Auf mehr als 1.000 Quadratemetern werden im Riesenrundgemälde in Innsbruck die Ereignisse der dritten Schlacht am Bergisel vom 13.8.1809 dargestellt, in der die Tiroler Franzosen und Bayern schlugen. Das Riesenrundgemälde befindet sich direkt an der Talstation zur Hungerburgbahn und wurde 1896 eröffnet und schon damals von der Öffentlichkeit enthusiastisch gefeiert.

Das Riesenrundgemälde besteht in seiner Mitte aus einer erhöhten Plattform, auf der der Besucher sich bewegen kann. Über der Plattform befindet sich ein "Velum", welches den Lichteinfall kontrolliert und verhindert, dass der Blick auf die Dachkonstruktion fällt. Eine künstliche Landschaft, das "faux terrain" mach den Eindruck der Echtheit perfekt und leitet über zur gekrümmten Leinwand, auf welcher das Bild perspektivisch verzerrt aufgemalt wurde, um den dreidimensionalen Eindruck zu erwecken, welcher für Panoramen typisch ist.

Das Riesenrundgemälde ist eines von weltweit 24 noch existierenden Panoramen. Es gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten von Innsbruck.

1906 wurde das Riesenrundgemälde nach London gebracht und dort in der "Royal Austrian Exhibition" präsentiert. Im Ersten Weltkrieg wurde es zu Propagandazwecken nach Wien überstellt, im Zweiten Weltkrieg weigerten sich die Besitzer, das Panorama in Luftschutzverschickung zu geben, obwohl das Gebäude am Rennweg sich neben dem strategischen Ziel der Kettenbrücke über den Inn befand. Das Riesenrundgemälde überstand den Krieg unbeschadet.

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