- Wallburg
Wallburgen werden Burganlagen aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit und dem frühen Mittelalter bezeichnet, die heute zumeist als Bodendenkmal unter Schutz gestellt sind. Kennzeichen ist der Wall als wesentlicher Bestandteil der ehemaligen Befestigung, der entweder als solcher angelegt wurde oder durch das Verschleifen einer Konstruktion aus Holz, Erde und/oder Stein entstand. Reine Steinmauern sind selten, jedoch bereits aus der Urnenfelderzeit mit einigen Beispielen belegt.
In ihrer einfachsten Ausführung besteht sie lediglich aus einer natürlichen meist bewaldeten Anhebung, deren Krone mit eingebnet und eventuell mit einem Erdwall verstärkt wurde. Innerhalb diese Wallrings lag eine Freifläche, die groß genug ist, ein kleines Dorf samt der Tiere mehrerer Tage aufzunehmen (1/2 bis 4 Hektar). Der einzige Zugang zu derartigen Wallanlagen lag strategisch günstig und etwas abgelegen und läuft im Uhrzeigersinn um den Berg nach oben, so dass das Schild eines angreifenden Kriegers immer nur nach unten zeigt, er aber nach oben ungedeckt ist. Vermutlich haben diese Wahlanlagen ausschließlich als passieve Fluchtburg gedient, das zumindest läst ihre Größe und die unauffällige Konstruktion schließenAndere Wallanlagen, können ganze Dörfer umschließen und mehrere tausend Hektar groß sein. Fast immer wurde das für den Wall verwendete Material direkt davor entnommen, so dass zusätzlich ein Graben vor dem Wall entstand, welcher oft ebenfalls durch archäologischen Ausgrabungen belegbar ist. Ein auf der Wallkrone angebrachter Palisadenzaun zeigt den fließenden Übergang zur Stadtmauer und Burg.
Allerdings ist die ehemalige Funktion von Burgwallanlagen heute oft nur noch schwer zu bestimmen. In Bayern haben z.B. Archäologen die so genannten Viereckschanzen der Kelten entdeckt, die aber vermutlich kultischen Zwecken und nicht der Verteidigung gedient haben. Andere Burgwälle, wie die oben bereits beschirebenen Schanzen werden vermutlich als Fluchtburg gedient haben, in die sich die umliegende Bevölkerung zu Krisenzeiten mit ihrem Vieh zurückziehen konnten.
Slawenburg Raddusch (bei Lübbenau) - RekonstruktionBei größeren Anlagen wird es sich jedoch um eine dauerhafte Ansiedlung gehandelt haben, die gewisse Zentralfunktionen wie Verwaltung übernahm und in der sich Handwerk- und Handel konzentrierten. Eine besondere Entwicklung stellen dabei die keltischen Oppida dar.Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Burgwallanlage" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation
- Wörgler Geldexperiment
In Wörgl war um 1932 die örtliche Zement- und Zellulosefabrikation stark zurückgegangen und die Arbeitslosenquote bedrohlich angestiegen. Anfang Juli 1932 gab Bürgermeister Unterguggenberger bis August 1933 eigene Papiernoten, den Wörgler Schilling, im Nennwert von insgesamt etwa 34.500 Schilling als Lohn der Gemeindeangestellten aus, die umlaufgesichert waren. Ideenlieferant war ihm dabei die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells. Monatlich musste danach eine Marke für 1% des Nennwertes der Note gekauft und auf den Geldschein geklebt werden. Das Geld war bei diesem Experiment durch eine entsprechende Einlage der Gemeinde bei der örtlichen Raiffeisenkasse gedeckt und gleichwertig an Schillinge gekoppelt. Maximal waren 12.000 Schillinge gleichzeitig emittiert.
Das Experiment glückte, überall wurde gebaut und investiert; innerhalb eines Jahres sank die Arbeitslosigkeit um 25%, während sie gleichzeitig im übrigen Land stieg. Da das Wörgler Schwundgeld in den Augen der österreichischen Nationalbank AG eine Verletzung des Notenprivilegs darstellte, wurde das Experiment im September 1933 per Gerichtsbeschluss beendet.
Der Verein Unterguggenberger Institut (http://www.unterguggenberger.org/) hält das Erbe des Wörgler Geld-Experimentes hoch und bringt historische Erfahrungen mit aktuellen Projekten zusammen. Gemeinsam mit dem Heimatmuseum und dem Stadtarchiv wird eine Ausstellung bereitgehalten. Zeitgemäße Lösungen rund um das Thema Komplementärwährung werden umfassend zusammengetragen und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
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