Laudeck PDF Drucken E-Mail

Die Anlage der Burg Laudeck wurde auf einem prähistorischen Siedlungskern errichtet, wie archäologische Funde belegen. 1239 kam es zur ersten urkundlichen Erwähnung der Herrn von Laudeck und aus einer Urkunde Meinhards II. von 1263 kann geschlossen werden, dass sich zu dieser Zeit bereits ein wichtiges Gericht in der Anlage befand. 

Das Zentrum der Anlage bildet der mächtige Wohnturm, Angebaut sind Palas und Kapelle und schließt an die Ringmauer an, welche noch durch einen Torturm und einen Wohnturm durchbrochen wird.

Der Bergfried oder Wohnturm hat eine kubische Form, wobei alle vier Seiten eine unterschiedliche Länge aufweisen (11,16 - 10,42 - 14,43 - 14 Meter) Die aus Tuffstein ausgeführten Mauern wurde sauber verarbeitet und die Fugen mit Mörtel verstrichen. Der Eingang befand sich ursprünglich im ersten Stock des zweigeschossigen Baues. In der ersten Ausbauphase besaß der Turm weder ein Dach noch einen Zinnenkranz. Errichtet wurde dieser Teil der Anlage zu Beginn des 13. Jahrhunderts und war wahrscheinlich zu Beginn freistehend. Während des Krieges gegen die Appenzeller  wurde 1406 die Burg Laudeck stark beschädigt und die als Vorwerk dienende Burg Steinegg zerstört. In der Folgezeit wurden nur die nötigsten Ausbesserungen durchgeführt und 1471 wurde durch Herzog Sigismund das Schloss Siegmundsried begonnen, wodurch der Verfall an Laudeck noch zunahm, da alle Ressourcen in den Neubau investiert wurden. Unter Kaiser Maximilian wurde Laudeck wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt und die Anlage ausgebaut. Vor allem wurden Schießscharten für Feuerwaffen hinzugefügt.

Die bewilligten Geldmittel wurden jedoch zum Großteil nicht ausgezahlt, wodurch die Anlage wieder zu verfallen begann. Zur Zeit der Gefahr eines Einfalles der Engadiner war die Anlage bereits wieder in so desolatem Zustand, dass 1546 der Pfleger von Laudeck ersuchte, im Falle, dass die Anlage nicht saniert werde, er sich mit seinen Mannen zurückziehen zu dürfen.

1551 geben die Quellen bereits Auskunft, dass der Pfleger von Laudeck in Siegmundsried residierte und die Burg nur mehr als Lager oder Waffendepot genutzt wurde.

Am Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Laudeck wieder bewohnbar gemacht und saniert, jedoch war die Anlage am Ende des Jahrhunderts wieder in dem selben baufälligen Zustand wie vor den Verbesserungen. Erst ab 1940 wurde die Burg unter neuen Besitzern wieder instand gesetzt, wobei jedoch bei manchem Detail nicht auf die historischen Wurzeln geachtet wurde. Als zur Mitte des 13. Jahrhunderts Laudeck zum Gerichtssitz wurde, wurde an den bisher einzeln stehenden Wohnturm ein Palas angebaut. Mauerreste lassen diese Datierung zu. Ebenfalls durch den allgemeinen Verfall betroffen, wurde 1967 der Palas neu aufgebaut. Im 16. Jahrhundert wurde der kleine Hof zwischen dem Palas und dem Wohnturm geschlossen und eine Kapelle eingerichtet.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde an der Ringmauer der Nordturm aufgebaut, der im Zuge der Umbaumaßnahmen nach 1500 in ein Rondell umgewandelt wurde.  1534 wurde eine Vorburg mit Zwinger erbaut.

 

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