| Hofer, Andreas |
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„Hofer, Andreas, * 22. 11. 1767 St. Leonhard im Passeier (Südtirol), † 20. 2. 1810 Mantua (Italien; erschossen), Führer des Tiroler Freiheitskampfs 1809, Sandwirt (Wirtshaus "Am Sand" an der Jaufenstrasse im Passeier). 1790 Abgeordneter zum Tiroler Landtag, Schützenhauptmann, 1809 Vertrauter Erzherzog Johanns. Nach der Niederlage Österreichs im 3. Koalitionskrieg (Napoleonische Kriege) wurde 1805/06 der größte Teil Tirols dem Königreich Bayern unterstellt; bei der Auslösung des Aufstands gegen die bayerischen und französischen Machthaber am 9. 4. 1809 war Hofer "vom Haus Österreich erwählter Kommandant", übernahm nach Abzug der österreichischen Truppen Mitte Mai das Kommando und siegte am 25. 5. und 29. 5. am Bergisel. Nach dem Znaimer Waffenstillstand vom 12. 7. besetzten wiederum französische Truppen Tirol; Hofer rief den Landsturm auf, siegte am 13. 8. neuerlich am Bergisel und regierte von 15. 8. bis 21. 10. von Innsbruck aus das Land. Nach dem Um diesem Skelett an Zahlen etwas Leben einzuhauchen, soll mit dem Urgroßvater Andreas Hofers, Johann Hofer begonnen werden. Er erwarb 1644 zwischen St. Leonhard und St. Martin im Passeiertal ein Stück Land und errichtete den so genannten Sandhof, ein Gasthof, wo Reisende Saumpferde wechseln und selbst übernachten konnten, bevor sie den Jaufenpass bewältigen mussten - ein idealer Ort, um auch Informationen auszutauschen. In frühen Jahren verstarben Andreas Hofers Eltern, er war mit sieben Jahren Vollwaise und unter die Obhut seiner Stiefmutter gestellt, die nicht viel Geschick in der Führung der Gastwirtschaft zeigte. Dennoch wurde der junge Andreas Opfer der neu eingerichteten Schulreform Maria Theresias. „Er kann wohl in der Schule nicht allzu viel abstraktes Wissen oder formale Bildung erhalten haben, der kleine Andreas, inmitten seiner bäuerlichen Mitschüler aus St. Leonhard und Umgebung - denn zeit seines Lebens konnte er nur nach dem Selbstgesprochenen schreiben, nicht nach den Regeln der deutschen Sprache."[2] Ein zweiter die Gesellschaft dominierender Faktor war in der bäuerlichen Umgebung Hofers für ihn mehr als nur prägend. „Der Glaube war hier ein fester Teil des Lebens. Die Kirche hatte ihren natürlichen Platz in der Welt der heranwachsenden Menschen. Und Priester waren auch dem >>Anderl<< die ersten Lehrer, die ersten Autoritäten."[3] Dies mag Hofers Abhängigkeit von Priestern und Kirche in späteren Jahren erklären, war aber zur damaligen Zeit Normalität - die Gottergebenheit Andreas Hofers stellt im historischen Kontext keine besondere Eigenschaft dar. „Sein Gottvertrauen war der barocken Naivität seiner Südtiroler Welt entsprungen, seine Achtung vor Kirche und dem Klerus einem seit Kindheit anerzogenem Respekt. Priester und Bischöfe blieben im Grund immer jene Autoritäten, denen er am meisten vertraute und denen er auch kindlich gehorchte - mehr noch als dem idolhaft verklärten Kaiser in Wien."[4] In diesem Sinne wird auch Hofers kurze Regierungstätigkeit zu Innsbruck in der historischen Literatur als „tiefreligiös" beschrieben. „Jeden Tag begann sein Tagwerk mit einer heiligen Messe und am Abend betete man in der Hofburg den Rosenkranz. Auch jede militärische Aktion wurde mit einer Messe begonnen."[5] In seinen Lehrjahren ging er mit einem befreundeten Weinhändler auf Reisen und durchquerte dabei das italienischsprachige Welschtirol, Oberitalien und das deutschsprachige Nord- Süd und Osttirol, wobei er Kontakte und Sprachkenntnisse erwarb. „Andreas Hofer war Gastwirt, Vieh- und Weinhändler und kam daher viel im Land herum, er verfügte über zahlreiche freundschaftliche Verbindungen."[6] Wie ersichtlich, übernahm er nach dem Erreichen seiner Volljährigkeit die Geschäfte des Sandhofs, tilgte die Schulden des Anwesens und heiratete Anna Ladurner, die Tochter eines gut situierten Bauern aus Algund bei Meran. Durch die geheimen Gespräche in der Hofburg zu Wien, den gemeinsamen symbolischen Ritt mit Hormayr nach Schloss Meran, der Selbstbezeichnung als Kommandant und seiner zentralen Rolle auf dem Bergisel wuchs das Selbstvertrauen Andreas Hofers und sein Bewusstsein eine göttliche Sendung erfüllen zu müssen, enorm. „Am Bergisel hatte der Herr auf ihrer Seite mitgekämpft, weil Er [sic!] den verfluchten Ideen der Zeit, den Modernismen und Rationalismen, der Freimaurerei und der Klosterstürmerei durch die Tiroler Waffen einen Schlag versetzen wollte ... In diesem >>Kreuzzug<< hatte Er [sic!] durch ein Gottesurteil entschieden, dass die Vernünfteleien ebenso falsch waren wie die Ideen der Volkssouveränität, die Parolen der Französischen Revolution ebenso in die Irre führten wie der versuchte Sturz des Gottesgnadentums. Sein Tirol war heil geblieben."[7]
Grundlage für die Anklage und die Verurteilung Hofers waren die Taten des Sandwirts nach dem Friedensschluss von Schönbrunn und der Verkündigung desselben in Tirol, es ging also „[...] um jene Zeit, in der Hofer vom Friedensvertrag wusste, aber dennoch seine Landsleute zu weiterem Kampf aufstachelte. Wesentlich war wohl auch die Frage, ob Hofer zum Zeitpunkt seiner Verhaftung bewaffnet war bzw. Widerstand leistete."[8] Abgesehen von weiteren solchen Detailfragen, wie etwa auch, ob Hofer wirklich freiwillig auf seinen Verteidiger vor Autor: Dr. Rudolf Fallmann
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Frieden von Schönbrunn