Hall: St. Nikolaus Kirche und Magdalenenkapelle
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Im folgenden Artikel werden drei besondere Kunst Denkmäler Halls vorgestellt. Diese befinden sich in oder um die Haller Stadtpfarrkirche. Neben der Kirche selbst werden die Waldauf Kapelle und die mit gotischen Fresken reich dekorierte St. Magdalena Kapelle beschrieben.
Kirche zum Hl. Nikolaus (Pfarrkirche)

Hochaltar
1281 wurde die erste Kirche an der Stelle der heutigen Pfarrkirche errichtet und eingeweiht, wobei zu dieser Zeit Hall noch keine Stadt war. Aufgrund der Stadterhebung und dem damit verbundenen Ansteigen der Bevölkerungszahlen wurde 1313-18 ein neuer Chor und 1352 ein erweitertes Langhaus errichtet.
Der bereits in den Jahr 1414 in Hall nachgewiesene Meister Sewer errichtete 1420-38 das neue Gotteshaus, welches in seiner Grundform noch heute den oberen Stadtplatz dominiert.
{josquote}„Kirchthurn.
Anno domini 1345 ist der kirchthurn sant Niclausen am erste erpaut worden. Anno 1436 hat man zu dem gwelb der kirchen sant Niclaus tufftstain pestelt, derhalben abzunemen ist, das die pfarkirchen ditzmal grösser und gwaltiger erpaut ist worden, wie wol nachmals nach der grossen prunst nach anzaigung der kirchnglöser jarzal zu denken ist, das die kirchen ditzmal auch verneuert ist worden nach der prunst, so gschehen ist anno 1447, derzeit paumaister und kirchnpröbst Flieger und Getzner, wie yre Wappen am chorgwelb ausweisen."[1]{/josquote}
In diesen Worten schildert der Chronist Frantz Schwayger die Errichtung der Pfarrkirche.

Hauptschiff
Der Bau wurde in Tirol erstmalig in Form einer dreischiffigen Halle errichtet, wobei der Chor aus dem alten Gotteshaus übernommen wurde. Aufgrund des begrenzten Platzes und des übernommenen Altares musste ein Knick am Schnittpunkt zwischen Chor und Kirchenschiff gesetzt werden. Diese asymmetrische Stellung ist eine der Besonderheiten dieses Gotteshauses. Um vom rechten Kirchenschiff aus, zum Altar zu sehen, wurde ein Mauerdurchbruch beim rechten Seitenaltar eingebaut.
Der Chor wurde erhöht und im spätgotischen Stil gewölbt.
1342 wurde der Großteil der Stadt durch eine Feuersbrunst zerstört, so auch der Kirchturm, welcher 1478 neu errichtet wurde.
Durch die 1494 durch die Familie Fieger dem Eingang vorgebaute Kapelle wurden die Fresken zu beiden Seiten des Einganges zum Teil verdeckt. Diese stammen aus der Zeit um 1440 und wurden wahrscheinlich von Hans Masolt gefertigt.
Zu dieser Vorhalle, welche als Grabdenkmal für diese angesehene Familie konzipiert war, stifteten die Fieger drei spätgotische Steinfiguren: den Hl. Nikolaus, den „Schmerzensmann" und die Muttergottes.

Fresko neben Hauptportal
Beim Erdbeben von 1670, von dem die Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, wurde auch der Turm beschädigt, so dass zu dieser Zeit der heutige barocke Turm errichtet wurde.
Das Innere der Kirche wurde beim Bau 1420-38 im spätgotischen Stil umgestaltet. Aus der Anfangszeit der Erbauung, aus dem Jahre 1420 ist noch ein Palmesel erhalten, der bei Prozessionen am Palmsonntag getragen wurde.

Taufstein mit Renaissance Haube
Der Taufstein, der die Jahrzahl 1506 trägt und aus rotem Marmor gefertigt wurde, erhielt im späten 16. Jahrhundert einen im Stil der Spätrenaissance bemalten Deckel. Vom ursprünglichen Hochaltar und den Seitenaltären ist nichts erhalten, da diese infolge der Barockisierung des Gotteshauses weichen mussten. 1657 wurde der Hochaltar durch einen vom Rubens Schüler Erasmus Quillinus gefertigten Altar ersetzt, dessen zentrales Thema die Muttergottes umrahmt von Heiligen darstellte.
1752 wurde unter der Leitung von Josef Adam Mölk die grundlegende Barockisierung im Inneren eingeleitet: Im Hauptschiff wurden die gotischen Gewölbe entfernt und Fresken aus dem Leben des Hl. Nikolaus angefertigt. Dasselbe wurde in den Seitenschiffen durchgeführt, jedoch wurden diese dem jeweiligen Thema des Seitenaltares thematisch angepasst.
Die Seitenaltäre wurden erst im 18. Jahrhundert verändert, ebenso wie die 12 Apostel und die 4 Kirchenväter an den Seitenwänden der Seitenschiffe stammen aus dieser Zeit.